11 April 2026, 10:05

Reform von Demokratie leben! spaltet Politik und Bildungsträger

Ein 1777 deutsches Schulbuch mit einer Abbildung eines roten Hauses umgeben von Bäumen und einem Zaun.

Reform von Demokratie leben! spaltet Politik und Bildungsträger

Pläne der Bundesregierung zur Reform des langjährigen Programms Demokratie leben! lösen breite Besorgnis aus. Kritiker warnen, dass zentrale Strukturen zusammenbrechen könnten, sollten die vorgeschlagenen Änderungen umgesetzt werden. Bildungsministerin Karin Prien (CDU) betont zwar, die Reformen würden die Wirksamkeit des Programms steigern, doch Oppositionsparteien, Gewerkschaften und Trägerorganisationen zeigen sich alarmiert.

Die geplante Neuausrichtung von Demokratie leben! sieht unter anderem die Streichung zentraler Bausteine vor und setzt stattdessen Schwerpunkte bei digitaler Demokratiebildung, Extremismusprävention und institutionellen Rahmenbedingungen. Prien stellt den aktuellen Nutzen des Programms infrage und verspricht sich von den Änderungen bessere Ergebnisse. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hingegen verurteilt die Pläne scharf und warnt vor schweren Folgen für Schulen und die pädagogische Arbeit.

Die GEW fordert eine Rücknahme der Reform und verweist auf strukturelle Risiken, die jahrelange Fortschritte gefährden könnten. Gleichzeitig droht dem Anne-Frank-Bildungszentrum – Teil des Bündnisses gegen Antisemitismus – der Verlust von jährlich 425.000 Euro an Fördergeldern. Die Einrichtung, die Online-Antisemitismus beobachtet und Bildungsprogramme entwickelt, erhält bisher kaum institutionelle Unterstützung – ihre Zukunft ist damit ungewiss.

Die politischen Reaktionen fallen gespalten aus: Während Abgeordnete von Grünen, Linken und SPD die Pläne kritisieren, begrüßt die rechtspopulistische AfD die Änderungen. Viele Organisationen stehen nun vor Unsicherheit, da sie sich unter neuen Richtlinien neu um Fördermittel bewerben müssen – ohne Garantie auf die bisherige Unterstützung.

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Die geplanten Reformen lassen Träger und Bildungseinrichtungen in der Schwebe: Finanzierung und Programstabilität stehen auf dem Spiel. Sollten die Änderungen durchgesetzt werden, würde Demokratie leben! grundlegend umgestaltet – Kritiker befürchten jedoch, dass damit bewährte Strukturen zerstört werden, die über Jahre aufgebaut wurden. Wie die Bundesregierung mit dem wachsenden Widerstand in den kommenden Monaten umgeht, wird über das weitere Vorgehen entscheiden.

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