Sachsen-Anhalt verbietet AfD-Praktika für Schüler beim Girls' und Boys' Day
Clara SchneiderSachsen-Anhalt verbietet AfD-Praktika für Schüler beim Girls' und Boys' Day
Schulen in Sachsen-Anhalt haben Schülern die Teilnahme an Praktika bei der Landtagsfraktion der AfD untersagt. Die Entscheidung betrifft in diesem Jahr den "Girls' und Boys' Day", für den über 20 Jugendliche Plätze bei der Partei beantragt hatten. Bildungsminister Jan Riedel unterstützt die Maßnahme öffentlich und bezeichnet sie als notwendig, um demokratische Werte zu schützen.
Hintergrund des Verbots sind Bedenken wegen der politischen Ausrichtung der AfD. Minister Riedel argumentiert, Schulen müssten verfassungsmäßige Grundsätze wahren und könnten nicht mit einer als rechtsextrem eingestuften Organisation zusammenarbeiten. Zudem verwies er auf das, was er als antidemokratische und menschenverachtende Elemente im Programm der AfD bezeichnete.
Die AfD wies die Entscheidung als politisch motiviert zurück. Ulrich Siegmund, Fraktionsvorsitzender der Partei, behauptete, die Fraktion agiere als eigenständige juristische Person, unabhängig von der Partei selbst. Dennoch halten die Bildungsbehörden des Landes an der Restriktion fest.
Über 20 Bewerbungen für Praktika bei der AfD-Fraktion waren in diesem Jahr eingegangen. Der jährliche "Girls' und Boys' Day" ermöglicht Schülern Einblicke in verschiedene Arbeitswelten, doch die Schulen haben die Büros der AfD nun von dem Programm ausgeschlossen.
Das Verbot bleibt für das aktuelle Praktikumsprogramm bestehen. Schulen in Sachsen-Anhalt werden künftig keine Praktika bei der AfD-Fraktion mehr genehmigen. Die Entscheidung spiegelt die anhaltenden Spannungen zwischen staatlichen Institutionen und der Partei über deren politische Einordnung wider.






