08 June 2026, 14:04

Satelliten sollen Deutschlands Funklöcher bis 2028 schließen

Smartphone-Empfang via Satellit: Deutsche Anbieter wollen Totzonen auf unterschiedliche Weise füllen

Satelliten sollen Deutschlands Funklöcher bis 2028 schließen

Deutschlands größte Telekommunikationsunternehmen setzen auf Satelliten, um die Mobilfunkabdeckung in abgelegenen Gebieten zu verbessern. Neue Partnerschaften sollen Funklöcher schließen und in Katastrophenfällen Notfallkommunikation ermöglichen. Der Schritt kommt, während die Anbieter über traditionelle bodengestützte Netze hinauswachsen.

Die Deutsche Telekom hat sich mit Starlink zusammengeschlossen, um ab 2028 auch entlegene Regionen mit Mobilfunk zu versorgen. Die Kooperation nutzt das Satellitennetz von Starlink, um dort Empfang zu bieten, wo die Bodeninfrastruktur an ihre Grenzen stößt.

Auch Vodafone steigt in die satellitengestützte Konnektivität ein – über ein Joint Venture mit AST SpaceMobile. Zwar sind die Details noch begrenzt, doch das Ziel ist klar: Mobilfunkdienste über Satellit anbieten. Ein konkretes Startdatum steht jedoch noch aus.

Unterdessen hat O2 Telefónica einen Test mit dem europäischen Unternehmen OQ Technology angekündigt. Ab Anfang 2027 sollen in der Nähe von Waren an der Müritz in Mecklenburg-Vorpommern erste Versuche laufen. Die Region zählt zu den am dünnsten besiedelten Deutschlands und dient damit als idealer Prüfstand für Satellitenverbindungen.

OQ Technology, unterstützt von der Europäischen Kommission und EU-Fördergeldern, betreibt bereits fünf Satelliten und plant in diesem Jahr drei weitere Starts. Bis Ende 2027 will das Unternehmen 48 Satelliten im Orbit haben. Langfristig strebt es eine Konstellation von 150 Satelliten bis 2028 oder 2029 an, um durchgehende Abdeckung für datenintensive Anwendungen zu gewährleisten. Anders als einige Konkurrenten werden OQ-Satelliten von Europa aus gesteuert, und die Dienste laufen über eine europäische Cloud.

Der Vorstoß in Richtung Satellitentechnik kommt, weil die Anbieter nach Lösungen für Gebiete suchen, in denen herkömmliche Netze an ihre Grenzen stoßen. Über den Alltagsbetrieb hinaus könnte die Technologie in Notfällen eine Schlüsselrolle spielen – etwa wenn bodengestützte Systeme ausfallen und die Kommunikation trotzdem aufrechterhalten werden muss.

Die neuen Satellitenprojekte markieren einen Wandel in der Strategie der deutschen Telekommunikationsbranche. Bis 2028 könnten Partnerschaften mit Starlink, AST SpaceMobile und OQ Technology zuverlässige Mobilfunksignale in ländliche und schwer zugängliche Regionen bringen. Gleichzeitig sollen die Tests und Ausbauten die Notfallkommunikation stärken, wenn Katastrophen die regulären Netze lahmlegen.

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