Schwarz Group baut europäische Cloud-Infrastruktur für digitale Souveränität auf
Clara SchneiderSchwarz Group baut europäische Cloud-Infrastruktur für digitale Souveränität auf
Schwarz Digits, eine Sparte des Handelsriesen Schwarz Group, treibt den Aufbau einer europäischen Cloud-Infrastruktur voran. Das Unternehmen will die Abhängigkeit von US-amerikanischer und chinesischer Technologie verringern und setzt dabei auf digitale Souveränität – ein Thema, das in Europa zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Unter der Leitung von Rolf Schumann und Christian Müller konzentriert sich die Initiative auf transparente, nachvollziehbare Datenströme mithilfe von Open-Source-Technologie. Ein zentrales Projekt ist ein 11-Milliarden-Euro-Rechenzentrum in Brandenburg, das sowohl interne als auch externe Kunden bedienen soll.
Digitale Souveränität wird in Europa immer wichtiger, da Politik und Wirtschaft mehr Kontrolle über Daten und Infrastruktur anstreben. Schwarz Digits positioniert sich als Vorreiter und argumentiert, dass die Industriepolitik dieses Jahrzehnts Unabhängigkeit von ausländischer Technologie-Dominanz priorisieren müsse.
Das neue Rechenzentrum in Lübbenau wird 100.000 Grafikprozessoren (GPUs) beherbergen, um Daten der Schwarz Group zu verarbeiten und überschüssige Kapazitäten an externe Organisationen zu vermarkten. Zu den Kunden zählen bereits die Deutsche Bahn, der FC Bayern München und die Berliner Charité, die ihre Daten unter europäischen Vorschriften sichern lassen.
Schumann ist überzeugt, dass der EU AI Act und die DSGVO, wenn sie konsequent umgesetzt werden, Europa im globalen Wettbewerb um KI-Innovationen stärken könnten. Das Projekt setzt auf Open-Source-Lösungen für Transparenz und arbeitet mit dem KI-Spezialisten Aleph Alpha zusammen. Gleichzeitig zeigen öffentliche Initiativen wie der geplante Umstieg Schleswig-Holsteins auf Open-Source-Software ab 2025, dass ähnliche Bestrebungen in ganz Deutschland Fuß fassen.
Europa bleibt zwar zwischen Ehrgeiz und Abhängigkeit gefangen, doch Projekte wie Schwarz Digits deuten auf einen Wandel hin: weg von ausländischen Anbietern, hin zu einer eigenständigen digitalen Infrastruktur.
Die 11-Milliarden-Investition in Brandenburg markiert einen wichtigen Schritt in der Expansion von Schwarz Digits. Durch die Kombination interner Nachfrage mit externen Dienstleistungen will das Unternehmen eine souveräne Cloud-Alternative in Europa etablieren – ein Vorhaben, das in die größeren Bestrebungen passt, die Kontrolle über Daten und technologische Infrastruktur zurückzugewinnen.






