Siemens plant radikale Umstrukturierung zu einer integrierten Tech-Firma
Clara SchneiderSiemens plant radikale Umstrukturierung zu einer integrierten Tech-Firma
Siemens plant eine umfassende interne Umstrukturierung als Teil seiner langfristigen Strategie, sich zu einem stärker integrierten Technologiekonzern zu entwickeln. Das Unternehmen könnte seine Sparten Digital Industries und Smart Infrastructure auflösen – ein bedeutender Schritt in der Neuausrichtung seiner Organisationsstruktur. Vorstandsvorsitzender Roland Busch hatte diese Vision bereits vor eineinhalb Jahren skizziert.
Der Schritt folgt auf die vorherige Ausgliederung von Healthineers und ebnet den Weg für weitere Restrukturierungen. Im Rahmen der Strategie "One Tech Company" würden die verbleibenden Geschäftsbereiche – etwa Prozessautomatisierung und Energiemanagement – direkt der Konzernführung unterstellt. Ziel ist es, Doppelstrukturen abzubauen und die Abläufe im gesamten Unternehmen effizienter zu gestalten.
Aktuell leiten Matthias Rebellius und Cedrik Neike die Sparten Smart Infrastructure bzw. Digital Industries. Allein Smart Infrastructure beschäftigte im September 2025 weltweit rund 79.400 Mitarbeiter, während die Zahlen für Digital Industries nicht bekannt gegeben wurden. Zwar wurden keine Stellenstreichungen angekündigt, doch sind Anpassungen in Vertrieb, Einkauf und Entwicklung zu erwarten.
Siemens hat sich zu konkreten Details nicht geäußert und wollte einen Bericht der "Handelsblatt" nicht kommentieren. Das Unternehmen betonte, dass noch keine endgültige Entscheidung gefallen sei. Die Neuordnung würde die Kerngeschäftsbereiche enger verzahnen, überflüssige Strukturen abbauen und die Zusammenarbeit intensivieren. Sollten die Pläne umgesetzt werden, wären sie ein zentraler Schritt hin zu einem einheitlicheren Technologiemodell. Die Auswirkungen auf die Belegschaft und den Betriebsalltag werden sich erst nach einer offiziellen Bekanntgabe klarer abzeichnen.






