22 March 2026, 06:07

Skandinavien zeigt Deutschland, wie grüne Energie richtig funktioniert

Eine Liniengrafik, die die Stromerzeugung aus Wind und Solar in Deutschland zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Habecks Staatssekretär Graichen kritisiert die Energiepolitik der Bundesregierung - Skandinavien zeigt Deutschland, wie grüne Energie richtig funktioniert

Skandinavische Länder machen rasante Fortschritte bei der Einführung grüner Energien

In den vergangenen fünf Jahren haben die skandinavischen Länder bei der Umstellung auf grüne Energie erhebliche Fortschritte erzielt. Durch Maßnahmen wie Subventionen, Steuererleichterungen und Investitionen in die Infrastruktur stiegen die Zahlen bei Wärmepumpen und Elektrofahrzeugen stark an. Unterdessen kritisierte der ehemalige deutsche Staatssekretär Patrick Graichen die anhaltende Abhängigkeit seiner eigenen Regierung von fossilen Brennstoffen und forderte dringende Reformen.

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Zwischen 2021 und 2026 setzten Schweden, Norwegen und Dänemark ehrgeizige Energiepolitiken um. Im Rahmen des schwedischen Programms "Grüne Technologien" wurden Subventionen von bis zu 50.000 schwedischen Kronen pro Wärmepumpe gewährt, wodurch die Installationen um 50 Prozent stiegen. Norwegen erreichte durch Steuerbefreiungen eine Verbreitung von 60 Prozent in Haushalten, während Dänemark die Mehrwertsteuer auf Wärmepumpen senkte und im Rahmen seiner "Wärmepumpen-Strategie" aus dem Jahr 2022 rund 200 Millionen Euro investierte.

Auch die Verbreitung von Elektrofahrzeugen nahm unter ähnlichen Anreizen stark zu. Norwegen verzeichnete einen Anteil von 90 Prozent bei Neuzulassungen – begünstigt durch den Verzicht auf Mehrwertsteuer, Gebührenbefreiungen und eine 25-prozentige Quote für Fuhrparks. Schwedens "Bonus-Malus"-System sah Zuschüsse von bis zu 70.000 Kronen pro Fahrzeug vor und trieb den Marktanteil von E-Autos auf 55 Prozent. Dänemarks Kaufprämien in Höhe von 30 Prozent sowie kostenlose Parkmöglichkeiten steigerten das Wachstum um 45 Prozent. Zu den zentralen Maßnahmen zählten die Ausweitung der "ENOVA"-Förderung in Norwegen 2021 und die Subventionen im Rahmen des schwedischen "Klimagesetzes" von 2023.

Graichen, der im Mai 2023 wegen eines Interessenkonflikts vorzeitig in den Ruhestand versetzt wurde, übt seitdem scharfe Kritik an der deutschen Energiepolitik. Er argumentiert, dass wirtschaftliche Interessen, der Einfluss rechtspopulistischer Kräfte und Widerstand gegen Veränderungen den Fortschritt blockierten. Zu seinen Reformvorschlägen gehören die Abschaffung der Stromsteuer sowie eine Neuordnung der Netzentgelte, um Wärmepumpen und Elektroautos bezahlbarer zu machen.

Graichen warnt, dass das Ignorieren des Klimawandels das Problem nicht verschwinden lasse. Stattdessen prognostiziert er eine Rückkehr zu fortschrittlicheren Politiken und verweist auf Skandinavien als Vorbild für die Vereinbarkeit von Bezahlbarkeit und Nachhaltigkeit.

Die skandinavischen Länder sind heute führend bei der Nutzung von Wärmepumpen und Elektrofahrzeugen – dank gezielter Subventionen und Steueranreize. Graichens Kritik unterstreicht die zögerliche Haltung Deutschlands und die Forderung nach Steuerreformen sowie Anpassungen der Netzentgelte. Der Gegensatz zwischen den beiden Regionen zeigt, wie politische Weichenstellungen den Energiewandel direkt prägen.

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