SPD-Skandal in Hannover: Ex-Politikerin Hülya Iri in Veruntreuungsverdacht
Clara SchneiderSPD-Skandal in Hannover: Ex-Politikerin Hülya Iri in Veruntreuungsverdacht
Hülya Iri, ehemalige stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Hannoveraner SPD, steht im Mittelpunkt eines wachsenden Skandals. Vorwürfe der Veruntreuung öffentlicher Gelder haben zu Ermittlungen und dem Zusammenbruch ihres Vereins Integrationsarbeit Kronsberg geführt.
Iri gründete den Verein im Jahr 2018. 2023 erhielt er vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) 924.479 Euro für das Projekt Respekt Café Kronsberg, zusätzlich zu Fördermitteln aus Niedersachsen und der Region Hannover. Bis Juni 2023 waren bereits fast 740.000 Euro ausgezahlt worden.
Trotz der beträchtlichen Förderung wurden keine nachweisbaren Projekte umgesetzt. Das Respekt Café war nur selten für die Öffentlichkeit geöffnet. Die Ermittlungen konzentrieren sich nun darauf, ob öffentliche Gelder für Immobilienkäufe verwendet wurden – Iris Tochter Esma Bozdemir besitzt mehrere Grundstücke in Hannover.
Iri und Bozdemir zahlten sich aus Vereinsmitteln mindestens 685.000 Euro an Gehältern aus. Das Amtsgericht Hannover leitete später Insolvenzverfahren ein. Beide Frauen traten daraufhin von ihren Posten zurück.
Doris Schröder-Köpf, die ehemalige Ehefrau von Altkanzler Gerhard Schröder, hatte Iri persönlich unterstützt. Sie schrieb Empfehlungsschreiben und ignorierte frühere Vorwürfe wegen Fehlverhaltens. Auch Adis Ahmetović, Bundestagsabgeordneter und SPD-Landesvize in Niedersachsen, wies Bedenken zurück.
Der Skandal wirft Fragen zur Kontrolle öffentlicher Mittel auf. SPD-Funktionäre sind verpflichtet, strenge Verhaltensregeln für den verantwortungsvollen Umgang mit Finanzmitteln einzuhalten. Die Staatsanwaltschaft prüft weiterhin, ob Steuergelder veruntreut wurden.
