Steinbrück und Radtke streiten über den Umgang mit der AfD – Dialog oder Schutzwall?
Clara SchneiderSteinbrück und Radtke streiten über den Umgang mit der AfD – Dialog oder Schutzwall?
Peer Steinbrück, ehemaliger SPD-Finanzminister, hat vorgeschlagen, für mögliche Gespräche mit der rechtspopulistischen AfD „rote Linien“ zu ziehen. Seine Äußerungen fallen in eine Zeit, in der die Debatte über den politischen Umgang mit der Partei an Fahrt aufnimmt. Dennis Radtke, Vorsitzender der CDU-Arbeitnehmerunion, lehnt jede Annäherung an die AfD kategorisch ab.
Steinbrück erkannte die Gründe für den „demokratischen Schutzwall“ – eine politische Absperrung gegen die AfD – an. Gleichzeitig argumentierte er, dass dieser Ausschluss nicht auf Dauer angelegt sein dürfe. Stattdessen schlug er vor, klare Grenzen könnten unter strengen Auflagen einen begrenzten Dialog ermöglichen.
Radtke wies den Vorschlag entschieden zurück. Die AfD strebe ein grundlegend anderes System, ein anderes Land und ein anderes Europa an, so seine Begründung. Für ihn diene der Schutzwall dem Erhalt der politischen Mitte und müsse unbedingt aufrechterhalten bleiben.
Zudem lehnte Radtke Vergleiche ab, die eine Zähmung der AfD – etwa wie bei der Dressur eines Hundes oder Pferdes – nahelegen. Die Ziele der Partei gingen weit über die konventionelle Politik hinaus, betonte er. Gleichzeitig warnte er, dass Instrumente wie Glaubwürdigkeit und Bürgerbeteiligung schwinden – mit schweren Folgen für die Bekämpfung von Extremismus.
Der Austausch offenbart tiefe Gräben im Umgang mit der AfD. Während Steinbrück einen bedingten Dialog ins Spiel bringt, besteht Radtke auf einer kompromisslosen Ablehnung. Beide sind sich zwar einig, dass die Partei gestoppt werden muss, doch über den Weg dazu herrscht Uneinigkeit.






