Wie Solingen und andere Städte ihre Innenstädte neu erfinden wollen
Clara SchneiderWie Solingen und andere Städte ihre Innenstädte neu erfinden wollen
Rund 30 Stadtplaner:innen und Vertreter:innen aus etwa 20 Kommunen trafen sich kürzlich in Solingen, um über die Zukunft von Fußgängerzonen zu diskutieren. Die im Gläsernen Werkstatt ausgerichtete Veranstaltung drehte sich vor allem um die Frage, wie man leidende Innenstädte wiederbeleben kann. Im Mittelpunkt der Gespräche stand dabei Solingens eigene Strategie "Stadt 2030".
Organisiert wurde das Treffen von der Arbeitsgruppe Innenstadt, die zum Netzwerk Stadtentwicklung Nordrhein-Westfalen (NWSE) gehört. Dieses Netzwerk dient Städten als Plattform für den Austausch von Ideen und Lösungen. Andreas Budde, Solingens stellvertretender Bürgermeister, betonte die Notwendigkeit einer engeren Zusammenarbeit zwischen den Kommunen, um gemeinsame Herausforderungen zu bewältigen.
Die Expert:innen waren sich einig, dass klassische Fußgängerzonen, die sich vor allem auf den Einzelhandel konzentrieren, nicht mehr zeitgemäß sind. Stattdessen forderten sie eine vielfältigere Nutzung der Innenstädte. Vorschläge umfassten mehr Wohnraum, attraktivere öffentliche Plätze und flexiblere Nutzungsmöglichkeiten für Gebäude. Auch neue Mobilitätskonzepte – etwa die Öffnung von Fußgängerbereichen für Radfahrer:innen – wurden als Ansätze diskutiert, um die Innenstädte wieder mit Leben zu füllen.
Als Erfolgsbeispiel wurde Emsdetten präsentiert, das zeigt, wie innovative Ansätze Innenstädte verändern können. Die Teilnehmer:innen hoben hervor, dass die Revitalisierung dieser Bereiche mutige Entscheidungen, langfristiges Engagement und eine klare gemeinsame Vision erfordert. Das NRW-Netzwerk Stadtentwicklung, das rund 160 Kommunen vereint, spielt dabei eine zentrale Rolle bei der Unterstützung solcher Vorhaben.
Ab 2025 werden vier Städte in Nordrhein-Westfalen, darunter Dortmund, feste Mitglieder des DEFUS-NRW-Städtenetzwerks sein. Das erweiterte Netzwerk umfasst dann 21 mittelgroße und große Städte sowie drei Organisationen und stärkt so die Zusammenarbeit in der Region.
Die Diskussionen in Solingen deuteten auf einen Wandel hin: Weg von reinen Einkaufs-Fußgängerzonen, hin zu gemischten Nutzungsformen, besserem Wohnraum und modernen Verkehrslösungen. Das Treffen unterstrich, dass Kooperation und mutige Planung entscheidend sein werden, um die Innenstädte der Zukunft neu zu gestalten.






