Wolfsangriff in Hamburg-Altona: Experten fordern klare Regeln für Stadtwölfe
Lina KrügerWolfsangriff in Hamburg-Altona: Experten fordern klare Regeln für Stadtwölfe
Wolf greift Frau in Hamburg-Altona an – Experten fordern Konsequenzen
In Hamburg-Altona hat ein Wolf eine Frau angegriffen, nachdem diese versucht hatte, das Tier aus einer automatischen Schiebetür zu befreien. Der Vorfall löst Forderungen nach Maßnahmen von Wildtierexperten aus. Derzeit leben zwar keine wilden Wölfe in Hamburg, doch in der Nähe, im benachbarten Schleswig-Holstein, streifen etwa 10 bis 15 Tiere in drei bis vier Rudeln umher.
Der Wolf wurde ohne Betäubung gefangen und in die Wildtierstation Klövensteen im Stadtteil Rissen gebracht. Helmut Dammann-Tamke, Präsident des Deutschen Jagdverbands (DJV), bestand darauf, dass das Tier entweder eingeschläfert oder mit einem Sendalhalsband ausgestattet werden müsse, bevor es freigelassen wird. Eine dauerhafte Gefangenschaft schloss er aus – mit Verweis auf den Tierschutz.
Dammann-Tamke verwies auf einen Fall aus dem Jahr 2016 in Niedersachsen, bei dem ein Wolf namens Kurti getötet wurde, weil er weniger aggressives Verhalten gezeigt hatte. Er argumentierte, dass die Entnahme einzelner Wölfe das Verhalten ganzer Rudel prägen könne. Falls das Tier freigelassen werde, schlage er vor, es am Stadtrand Hamburgs mit einem Peilsender auszustatten.
Der Experte betonte, dass Wölfe in Deutschland lernen müssten, Menschen auszuweichen. Er warnte, dass weitere Vorfälle entschlossenes Handeln erforderten. Sein Ziel sei es, Konflikte zwischen Menschen, Wölfen und Nutztieren zu verringern.
Der Angriff wirft die Frage auf, wie mit Wölfen in der Nähe von Ballungsräumen umgegangen werden soll. Die Behörden stehen nun vor der Wahl zwischen Einschläferung oder kontrollierter Freilassung. Die Entscheidung wird richtungsweisend für ähnliche Fälle in Zukunft sein.






