07 April 2026, 12:06

Zwei Statuen, zwei Geschichten: Erinnerung zwischen Mahnmal und Kulturkampf

Luftaufnahme des Holocaust-Mahnmals für die ermordeten Juden Europas in Berlin, das zahlreiche rechteckige Betonsteine in einem Gittermuster zeigt.

Zwei Statuen, zwei Geschichten: Erinnerung zwischen Mahnmal und Kulturkampf

Zwei Statuen, tausende Kilometer voneinander entfernt, stehen als eindringliche Mahnmale für völlig unterschiedliche Geschichten. In Brandenburg erinnert eine Stahlfigur einer Frau an die Opfer des nationalsozialistischen Zwangsarbeitsregimes, darunter Jutta Baumwol, die nach Auschwitz deportiert und ermordet wurde. Unterdessen wurde in Washington D.C. in der Nähe des Weißen Hauses eine neue Statue von Christoph Kolumbus enthüllt – und damit die Debatte über den Umgang mit historischer Erinnerung neu entfacht.

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Die Brandenburger Statue wurde 2018 auf Initiative von Jutta Baumwols Bruder errichtet. Sie markiert den Eingang zum Gut Neuendorf im Sande, wo in den frühen 1940er-Jahren Zwangsarbeiter schuften mussten. Die glänzende Stahlfigur zieht das ganze Jahr über Besucher an, von Radfahrern bis zu Geocaching-Enthusiasten. An den Gedenk- und Befreiungstagen – dem Holocaust-Gedenktag (27. Januar) und dem Tag der Befreiung (8. Mai) – versammeln sich hier Menschen, um zu gedachten.

Auf der anderen Seite des Atlantiks ließ der damalige US-Präsident Donald Trump die Kolumbus-Statue 2020 aufstellen. Ihre Platzierung in der Nähe des Weißen Hauses erfolgte, nachdem im Zuge der Black-Lives-Matter-Proteste nach dem Tod von George Floyd ähnliche Denkmäler entfernt worden waren. Trump rechtfertigte den Schritt als Verteidigung Kolumbus' als "ursprünglichen amerikanischen Helden". Die Vereinigung Italian American Organizations United unterstützte die Entscheidung öffentlich.

Die beiden Statuen erfüllen heute gegensätzliche Zwecke: Die eine lädt zur stillen Reflexion über Gräueltaten ein, die andere ist zum Zankapfel in den amerikanischen Kulturkämpfen geworden. Während das Brandenburger Mahnmal ein Ort der Trauer und der Aufklärung bleibt, sorgt die Kolumbus-Statue in Washington weiterhin für Streit darüber, wie Geschichte erinnert werden soll. Beide Orte ziehen Besucher an – die einen suchen die Erinnerung, die anderen diskutieren über das Erbe.

Quelle