500-Milliarden-Fonds versagt: Nur 6 Prozent für Infrastruktur genutzt
Clara SchneiderGrüne werfen Union und SPD vor, Versprechen zur Verfassungsänderung für Sondervermögen zu brechen - 500-Milliarden-Fonds versagt: Nur 6 Prozent für Infrastruktur genutzt
Ein Sonderfonds für Infrastruktur im Volumen von 500 Milliarden Euro, der 2021 aufgelegt wurde, gerät wegen Missmanagements zunehmend in die Kritik. Bis März 2026 wurden lediglich 20 bis 30 Milliarden Euro – etwa 4 bis 6 Prozent – tatsächlich für Projekte wie Verkehrs- und Digitalausbau ausgegeben. Der Rest steckt in Staatsanleihen und illiquiden Vermögenswerten fest, was breite Empörung auslöst.
Der Wirtschaftsprofessor Lars Feld zeigte sich über die Erkenntnisse kaum überrascht, während politische Führungskräfte nun Vorwürfe brechen, Wahlversprechen nicht eingehalten und Steuergelder verschwendet zu haben.
Der Fonds sollte Investitionen in Klimaschutz, Verkehr und digitale Infrastruktur beschleunigen. Ein zentrales Versprechen war die Bereitstellung von 100 Milliarden Euro für diese Bereiche bis 2025. Doch über 90 Prozent der Mittel liegen ungenutzt in schwer liquidierbaren Anlagen – weit entfernt von ihrem eigentlichen Zweck.
Die Grünen, die mitgeholfen hatten, die für die Grundgesetzänderung zur Ausschaltung der Schuldenbremse notwendige Zweidrittelmehrheit zu sichern, werfen CDU/CSU und SPD vor, die getroffenen Absprachen verraten zu haben. Sie behaupten, die Gelder würden an Sonderinteressen umgelenkt, statt in den Bau von Brücken, Schulen oder Klimaschutzmaßnahmen zu fließen.
FDP-Chef Christian Dürr forderte Bundeskanzler Friedrich Merz nach Berichten über die Fehlverwendung der Mittel zum Umdenken auf. Gleichzeitig sieht sich auch SPD-Co-Vorsitzender Lars Klingbeil Kritik ausgesetzt, weil es ihm nicht gelang, Reformen durchzusetzen, die die blockierten Investitionen freigeben würden.
Die Untersuchungen des ifo Instituts zeigen, dass von den 24,3 Milliarden Euro, die der Fonds 2025 aufnahm, nur 5 Prozent in tatsächliche Investitionen flossen. Kritiker führen übermäßige Bürokratie und Verzögerungen als Hauptgründe für das Scheitern an, die versprochenen Ziele zu erreichen.
Die Kontroverse wirft Fragen zur Zukunft des Fonds auf, während Milliarden für dringende Infrastrukturprojekte ungenutzt bleiben. Der politische Druck wächst, das Management zu reformieren und sicherzustellen, dass die verbleibenden Mittel ihr vorgesehenes Ziel erreichen. Ohne Kurskorrektur bleibt das Risiko weiterer Verzögerungen und Fehlallokationen hoch.






