AfD-Politiker verteilt rechtsextremen Comic an Grundschulen in MV
Ein rechtsextremer Comic wurde an Grundschulen und Kindergärten in Mecklenburg-Vorpommern von einem AfD-Politiker verschickt. Christoph Grimm, Mitglied der Alternative für Deutschland (AfD), verteilte das Material mit der Begründung, es vermittle "richtige und wichtige Werte". Der unter dem Titel "Eine Nation erwacht" veröffentlichte Comic hat bei Pädagogen und Politikern gleichermaßen Kritik ausgelöst.
Laut Grimms eigenem Schreiben richtet sich der Comic an etwa siebenjährige Kinder. Herausgegeben von einem rechtsextremen Medienportal, verherrlicht er Nationalismus, Heldenmut und Kampf und zeigt Szenen aus der Völkerschlacht bei Leipzig 1813. Enthalten sind Aussagen wie "Aufgeben ist Verrat" oder "Nicht alle Menschen sind gleich".
Der Demokratieberater Stefan Kollasch bezeichnete die Veröffentlichung als "rechtsextreme Hasspropaganda", die darauf abziele, bei kleinen Kindern ein patriotisches Weltbild zu indoktrinieren. Bildungsministerin Simone Oldenburg verurteilte Grimms Vorgehen als "verwerflich" und "hinterlistig" und warf ihm vor, den demokratischen Bildungsauftrag von Schulen zu untergraben.
Die AfD liegt in Umfragen für das Bundesland derzeit bei 37 Prozent und strebt nach der Wahl am 20. September eine Alleinregierung an. Der Linke-Politiker Michael Noetzel warnte, der Comic sei Teil einer umfassenderen AfD-Strategie, demokratische Teilhabe im Bildungsbereich einzuschränken. Rechtliche Schritte gegen Grimms Verteilung sind bisher nicht bekannt, doch das Land treibt breiter angelegte Initiativen gegen Antisemitismus voran – darunter ein Handbuch für jüngere Schüler, das bis Ende 2024 erscheinen soll.
Die Verbreitung des Comics wirft Fragen nach rechtsextremen Einflüssen an Schulen auf. Kritiker bemängeln, dass er spalterische Ideologien an Kinder vermittelt. Unterdessen setzt die AfD ihren Kurs auf politische Vorherrschaft bei der anstehenden Landtagswahl fort.