02 April 2026, 08:06

AfD startet umstrittene Messer-App – Transparenz oder gezielte Angstmache in Berlin?

Ein schildförmiges Polizeibadgebnis mit der Aufschrift "Polizei Berlin" auf einem blauen Hintergrund, einem weißen Rand, einem zentralen weißen Stern und schwarzer fetter Schrift, das auf einer Oberfläche liegt.

AfD startet umstrittene Messer-App – Transparenz oder gezielte Angstmache in Berlin?

Die Berliner AfD-Fraktion hat ein Online-Tool gestartet, das polizeilich erfasste Messerangriffe der letzten 30 Tage anzeigt. Die sogenannte Messer-App zeigt Orte, Verletzungen und Details zu den Vorfällen. Die Partei behauptet, dies erhöhe die Transparenz, doch Kritiker werfen ihr vor, damit Ängste zu schüren und Migranten an den Pranger zu stellen.

In der Hauptstadt hat die Messerkriminalität zugenommen: Die Polizei verzeichnete 2024 insgesamt 3.412 Angriffe – ein Anstieg von 5,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die AfD nutzt das Thema nun als zentralen Wahlkampfpunkt für die anstehenden Wahlen.

Die App vergleicht aktuelle Messerattacken mit den langfristigen Kriminalstatistiken der Polizei (PKS). Sie hebt einen Anstieg von Schusswaffen-Delikten um 68 Prozent in diesem Jahr hervor, gibt jedoch keine Auskunft über Verurteilungsquoten oder Anklagen. Stattdessen listet sie Einzelfälle auf, darunter eine 13-jährige Haftstrafe für einen Angriff in der Nähe des Holocaust-Mahnmals sowie ein noch nicht rechtskräftiges Urteil von drei Jahren Haft in einem antisemitisch motivierten Überfall.

Die AfD besteht darauf, dass das Tool Lücken in der offiziellen Berichterstattung aufdeckt. Sie fordert die regierende Koalition auf, mehr Daten offenzulegen – darunter die Nationalitäten der Tatverdächtigen. Unterdessen haben die Behörden reagiert, indem sie drei Waffen- und Messerbeschränkungszonen eingerichtet und Spezialeinheiten der Polizei eingesetzt haben.

Die Gegenwehr ließ nicht lange auf sich warten. Die Linksfraktion warf der AfD vor, Hass zu schüren und öffentliche Ängste auszunutzen. Fraktionschefin Kristin Brinker kritisierte die Koalition dafür, dass sie gewalttätige Straftaten nicht ausreichend transparent aufarbeite. Sie warnte, die App könne die Spaltung der Gesellschaft vertiefen, statt zur Lösung des Problems beizutragen.

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Die Debatte um Messerkriminalität in Berlin dreht sich nun um den Zugang zu Daten und Maßnahmen zur öffentlichen Sicherheit. Die Polizeistatistiken zeigen einen stetigen Anstieg der Angriffe, während die AfD-App den Druck auf die Behörden erhöht, mehr Informationen preiszugeben. Angesichts der laufenden Wahlkämpfe wird das Thema voraussichtlich weiterhin im Fokus von Wählern und Politikern stehen.

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