Agravis Raiffeisen dringt mit neuer Strategie in Süddeutschland vor
Agravis Raiffeisen AG expandiert in den deutschen Süden
Die Agravis Raiffeisen AG, Deutschlands zweitgrößtes Agrarhandelsunternehmen, dringt in den Süden des Landes vor. Im Fokus stehen Bayern und Baden-Württemberg – Regionen, in denen das Unternehmen bisher kaum vertreten war. Anders als sonst üblich setzt Agravis dabei nicht auf eigene Standorte, sondern kooperiert mit lokalen Genossenschaften als Partner.
Jahrzehntelang dominierte Agravis die Märkte von den Niederlanden bis nach Polen und war vor allem in Nordwest- und Ostdeutschland stark positioniert. Zwischen 2021 und 2025 festigte das Unternehmen seine Stellung als zweitgrößter Akteur in Deutschland mit einem Marktanteil von 18 bis 20 Prozent. Damit lag es hinter der BayWa AG (25–28 Prozent), aber vor Konkurrenten wie Ampega oder regionalen Raiffeisen-Gruppen.
In diesem Zeitraum stieg der Umsatz des Unternehmens jährlich um 3 bis 5 Prozent und erreichte im letzten Geschäftsjahr 8,4 Milliarden Euro. Auch der Gewinn vor Steuern kletterte von 65 Millionen auf 70,1 Millionen Euro. Treiber des Wachstums waren vor allem die genossenschaftlichen Netzwerke, während steigende Vorleistungskosten und digitaler Wettbewerb die Margen belasteten.
Derweil kämpft der Marktführer BayWa AG mit Schwierigkeiten. Im ersten Dreivierteljahr 2025 meldete das Unternehmen einen Umsatzrückgang auf 9,6 Milliarden Euro, bedingt durch Umstrukturierungen und eine hohe Schuldenlast.
Mit der Expansion in Süddeutschland vollzieht Agravis einen strategischen Wandel. Statt eigene Strukturen aufzubauen, setzt das Unternehmen auf Partnerschaften mit bestehenden Genossenschaften, um in den neuen Regionen Fuß zu fassen. Der Schritt erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem der größte Konkurrent schwächelt, während Agravis selbst stabile Geschäftszahlen vorlegt.






