13 March 2026, 06:05

Apotheken in Deutschland kämpfen um ihr Überleben – Proteste am 23. März geplant

Ein blauer Hintergrund mit weißer Schrift und einem Logo, das '19 Millionen Amerikaner werden geschätzte 400 USD pro Jahr an Arzneikosten sparen' lautet.

Apotheken kämpfen mit Engpässen und Online-Konkurrenz - Apotheken in Deutschland kämpfen um ihr Überleben – Proteste am 23. März geplant

Apotheker in Deutschland stehen unter zunehmendem finanziellen Druck, da die Betriebskosten steigen, während die Erstattungssätze seit Jahren eingefroren bleiben. In Sachsen arbeiten mittlerweile über 30 Prozent der Apotheken mit Verlusten, viele mussten bereits schließen. Für den 23. März ist bundesweit eine Protestaktion geplant, um auf die sich verschärfende Krise in der Branche aufmerksam zu machen.

Die finanzielle Belastung der Apotheken hat sich in den letzten zehn Jahren massiv verschärft. Die Erstattungspreise für Medikamente wurden seit 2013 nicht mehr angehoben, obwohl die Betriebskosten im gleichen Zeitraum um 65 Prozent stiegen. Diese Schere führte zu einem kontinuierlichen Rückgang der Apothekenzahl in ganz Deutschland: Bis Ende 2022 schlossen 393 Standorte, sodass nur noch 18.068 übrig blieben. Allein in Sachsen machten im vergangenen Jahr 18 Apotheken dicht, während nur fünf neu eröffneten – aktuell gibt es dort noch 864, das sind 120 weniger als vor einem Jahrzehnt.

Die Situation sorgt für wachsende Verärgerung unter den Apothekern, die sich am 23. und 24. März in Chemnitz zu ihrer jährlichen Tagung treffen. Parallel dazu wird es bundesweit Proteste geben: Viele Apotheken werden an diesem Tag geschlossen bleiben, lediglich der Notdienst bleibt aufrechterhalten. Ihre Kritik richtet sich nicht nur gegen die ausbleibende finanzielle Unterstützung, sondern auch gegen Pläne, die vorsehen, dass pharmazeutisch-technische Assistenten Apotheken vorübergehend ohne approbierte Fachkraft leiten dürfen.

Hinzu kommt, dass anhaltende Lieferengpässe bei über 500 wichtigen Medikamenten die Apotheken daran hindern, Patienten ausreichend zu versorgen. Gleichzeitig geraten Versandapotheken – darunter auch eine, die vom TV-Moderator Günther Jauch unterstützt wird – in die Kritik, weil sie sich auf lukrative Angebote konzentrieren, die umfassenderen Pflichten traditioneller Apotheken aber ausweichen.

Als Reaktion hat die Bundesregierung vorgeschlagen, die Festzuschläge pro Medikamentenpackung auf 9,50 Euro anzuheben. Zudem sollen die Aufgaben von Apothekern erweitert werden, etwa durch Impfungen und präventive Gesundheitsleistungen, um die finanzielle Last zu verringern.

Der Protest am 23. März wird die Herausforderungen der Branche in den Fokus rücken – von stagnierenden Gebühren über steigende Kosten bis hin zu Personalproblemen. Angesichts der anhaltenden Schließungen und Arzneimittelknappheit drängt der Sektor auf dringende Reformen, um das Überleben zu sichern. Die von der Regierung geplanten Maßnahmen wie die Erhöhung der Zuschläge und die Aufgabenausweitung könnten zwar kurzfristig Entlastung bringen, doch langfristige Lösungen sind noch nicht in Sicht.

Quelle