24 March 2026, 04:05

Bechtle wagt radikalen Führungswechsel in der Krise – kann das die Wende bringen?

Logo der 48. Lieferkette mit einem blauen Schild, einem weißen Stern, einem weißen Banner mit der Aufschrift "Lieferkette" in Blau und dem Text "48. Lieferkette" in fetter schwarzer Schrift.

Bechtle wagt radikalen Führungswechsel in der Krise – kann das die Wende bringen?

Bechtle vollzieht tiefgreifende Führungswechsel in schwieriger Phase

Der IT-Konzern Bechtle reagiert mit weitreichenden Personalentscheidungen auf wachsende Herausforderungen in seinem Kerngeschäft. Wie das Unternehmen bekannt gab, wird die Geschäftsführung umstrukturiert – ein neuer Vorstandsvorsitzender soll Ende 2026 die Führung übernehmen. Die Veränderungen erfolgen vor dem Hintergrund sinkender Gewinne, eines schwächelnden Aktienkurses und anhaltender Lieferkettenprobleme.

Im März 2026 erreichte die Bechtle-Aktie mit 25,10 Euro ein Fünfjahrestief – den niedrigsten Stand seit 2019. Anleger zeigten sich enttäuscht von der Prognose für 2026 und trieben den Kurs an einem einzigen Tag um 16,3 Prozent nach unten.

Die finanziellen Schwierigkeiten des Unternehmens traten zu Beginn des Jahres 2026 deutlicher zutage. Zwar stieg der Umsatz 2025 um 8,1 Prozent auf 8,6 Milliarden Euro, doch der Gewinn vor Steuern sank um 6 Prozent auf 324 Millionen Euro. Für 2026 erwartet Bechtle nun eine Vorsteuermarge von höchstens 5 Prozent – deutlich unter den bisherigen Werten.

Äußere Faktoren verschärfen die Lage zusätzlich: Geopolitische Spannungen, volatile Märkte und der rasante technologische Wandel sorgen für Unsicherheit. Zudem treibt der anhaltende Mangel an Speicherchips die Kosten in die Höhe und lässt Kunden mit Investitionen zögern. Die Unternehmensführung will bis Mitte 2026 eine umfassende Einschätzung zur Chipversorgung und deren finanziellen Auswirkungen vorlegen.

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Als Reaktion darauf verkleinert der Aufsichtsrat den Vorstand ab Januar 2027 von vier auf drei Mitglieder. Konstantin Ebert wird Thomas Olemotz zum Jahreswechsel 2026/2027 als Vorstandsvorsitzender ablösen. Antje Leminsky scheidet Ende 2026 aus dem Gremium aus. Das neue dreiköpfige Führungsteam soll interne Prozesse beschleunigen, um das langfristige Umsatzziel von 10 Milliarden Euro bis 2030 zu erreichen.

Trotz des Gewinnrückgangs schlägt Bechtle vor, die Dividende für 2025 stabil bei 0,70 Euro pro Aktie zu halten. Mit dieser Entscheidung will man die Aktionäre beruhigen, während das Unternehmen die aktuellen Herausforderungen bewältigt.

Die Führungswechsel und der Kostendruck markieren eine schwierige Phase für Bechtle. Angesichts einer gedämpften Gewinnprognose und eines Aktienkurses auf dem tiefsten Stand seit 2019 steht das Unternehmen unter Druck, die Geschäfte zu stabilisieren. Die neue Führung wird sich den Lieferkettenengpässen stellen und die Effizienz steigern müssen, um das Umsatzziel für 2030 zu erreichen.

Quelle