15 April 2026, 00:12

Berlins RAW-Gelände droht das Aus: Kult-Clubs kämpfen um ihr Überleben

Menschen sitzen vor einem Gebäude auf dem Boden während einer Demonstration in Berlin, einige tragen Masken, mit verstreuten Taschen und Gegenständen, unter einem klaren blauen Himmel.

Berlins RAW-Gelände droht das Aus: Kult-Clubs kämpfen um ihr Überleben

Mehrere bekannte Clubs auf dem Berliner RAW-Gelände stehen vor der Schließung. Die familiengeführte Firma Kurth, die das Areal seit 2015 verwaltet, treibt eine Neuentwicklung voran. Betroffen sind unter anderem die Locations Crack Bellmer, Bar zum Schmutzigen Hobby, Lokschuppen und Cassiopeia – ihre Zukunft ist ungewiss.

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Kurth hat sich geweigert, die kurzfristigen Mietverträge mehrerer Clubs und Kulturstätten zu verlängern. Zudem wurden Betriebserlaubnisse entzogen, sodass viele Betriebe in der Schwebe hängen. Das Unternehmen plant nun, auf dem Gelände Wohnungen zu errichten – trotz eines Beschlusses der Bezirksverordnetenversammlung Friedrichshain-Kreuzberg, der solche Vorhaben untersagt.

Ein Entwurf für eine Resolution könnte jedoch eine Rettung bieten: Er sieht vor, dass Kurth das Gelände bebaut, gleichzeitig aber für mindestens 30 Jahre geförderte Bedingungen für Clubs und Veranstaltungsorte garantiert. Doch es gibt weiterhin Streit darüber, wie zügig dieser Plan umgesetzt werden soll. Kurth kritisiert Verzögerungen und hat inoffiziell eine Frist bis Ende dieses Monats gesetzt, um Vereinbarungen zu Brandschutz, Lärmschutz und behördlicher Aufsicht zu treffen.

Die Clubbetreiber, zwischen Grundstückseigentümer und Bezirk eingeklemmt, laufen die Zeit davon. Viele fühlen sich unter Druck gesetzt und weigern sich, ungerechte Konditionen zu akzeptieren. Ihre Wut wird am kommenden Samstag bei einer Protestveranstaltung laut werden: Aktivisten haben eine Demonstration in Form einer Rave-Party organisiert, um das RAW-Gelände zu retten. Unterstützung kommt von lokalen politischen Gruppen, darunter SPD, Grüne und die Linke.

Die Zukunft des RAW-Geländes hängt nun von einer schnellen Einigung zwischen Kurth, dem Bezirk und den Clubbetreibern ab. Ohne Kompromiss könnten einige von Berlins ikonischsten Locations für immer schließen. Der Ausgang der Samstagsdemonstration könnte die nächsten Schritte in diesem anhaltenden Konflikt beeinflussen.

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