Bonner Stadtwerke-Chef Olaf Hermes tritt nach Grundstücksskandal zurück
Lina KrügerBonner Stadtwerke-Chef Olaf Hermes tritt nach Grundstücksskandal zurück
Olaf Hermes, der Chef der Bonner Stadtwerke, hat seinen Rücktritt im Zuge des anhaltenden Grundstücksskandals in Bonn bekannt gegeben. Die Affäre war erstmals im Dezember ans Licht gekommen, als Hermes versuchte Einflussnahmen lokaler Politiker auf ein Grundstücksgeschäft am Flugplatz Hangelar aufdeckte. Trotz seines Abschieds bekräftigte der Aufsichtsrat des Unternehmens sein Vertrauen in ihn und die gesamte Geschäftsführung.
Im Mittelpunkt des Skandals stehen Vorwürfe, wonach lokale Politiker versucht haben sollen, eine Grundstückstransaktion am Flugplatz Hangelar zu ihren Gunsten zu beeinflussen. Ermittlungen warfen seitdem die Frage auf, ob dabei auch die Interessen eines Bonner Busunternehmers – und großen CDU-Spenders – eine Rolle spielten. Die Bonner Stadtwerke planen nun, einen vertraulichen Bericht über die mutmaßlichen Einflussnahmen der Staatsanwaltschaft zu übergeben.
Hermes, der das Unternehmen durch eine turbulente Phase geführt hat, kündigte an, seinen Posten bis zum Sommer zu verlassen. Er machte deutlich, dass keine Umstände seine Entscheidung ändern würden. Sein Rückzug erfolgt zu einem kritischen Zeitpunkt für die Bonner Stadtwerke, die gleichzeitig erhebliche Investitionen in die Wärme- und VerkehrsWende in Bonn vorbereiten und zugleich Einsparungen im ÖPNV anstreben.
Der Grünen-Politiker Daniel Rutte erklärte, Hermes habe "nichts falsch gemacht". Die eigentlichen Verantwortlichen für die Fehler im Skandal blieben hingegen weiterhin in ihren Ämtern.
Trotz des Rücktritts steht der Aufsichtsrat weiterhin hinter Hermes und der Geschäftsführung. Nun muss das Unternehmen die geplanten Investitionen vorantreiben und gleichzeitig die Folgen des Grundstücksskandals bewältigen. Die Staatsanwaltschaft wird den vertraulichen Bericht in den kommenden Wochen prüfen.