22 March 2026, 02:05

BP kämpft trotz Rekordölpreisen mit sinkendem Marktwert und radikaler Umstrukturierung

Liniendiagramm, das die Wertminderungen von Aktiengesellschaften zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

BP kämpft trotz Rekordölpreisen mit sinkendem Marktwert und radikaler Umstrukturierung

BP treibt Umstrukturierung voran – trotz Rekordölpreisen schrumpft der Marktwert

Der Ölmulti BP setzt seine großen Umstrukturierungspläne fort, während die Ölpreise auf fast Rekordniveau steigen. Das Unternehmen hat seine Sparziele erhöht und den Verkauf einer großen Raffinerie angekündigt, doch der Börsenwert sinkt weiter. Trotz einiger Aufwertungen der Aktienbewertung bleiben Analysten zurückhaltend.

Der Energieriese hat sein Ziel für strukturelle Kostensenkungen auf 6,5 bis 7,5 Milliarden US-Dollar bis 2027 angehoben. Damit soll die Bilanz gestärkt und die zukünftige Liquidität gesichert werden. Gleichzeitig beschleunigt BP die interne Neuausrichtung, um sich an die steigenden Ölpreise anzupassen, die aufgrund geopolitischer Spannungen in der Straße von Hormus zuletzt auf 112 US-Dollar pro Barrel kletterten.

Zudem hat BP die Veräußerung seiner Raffinerie in Gelsenkirchen an die Klesch Group vereinbart. Der Deal umfasst rund 1.800 Mitarbeiter und eine jährliche Verarbeitungskapazität von 12 Millionen Tonnen – und könnte das Unternehmen von bis zu 1,7 Milliarden US-Dollar an Verbindlichkeiten entlasten. Nach dieser Ankündigung stufte die HSBC die BP-Aktie von "Reduce" auf "Hold" hoch und passte das Kursziel an.

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Doch die Herausforderungen bleiben: Seit Anfang 2025 ist BP rund 15 Prozent an Marktkapitalisierung eingebüßt – von 95 auf 81 Milliarden US-Dollar. Der Rückgang folgt auf schwache Quartalszahlen für das vierte Quartal 2025, Kostenüberschreitungen bei Transformationsprojekten und regulatorischen Druck auf fossile Brennstoffe in Europa. Gleichzeitig sind etwa 800 gewerkschaftlich organisierte Beschäftigte der BP-Raffinerie in Whiting, Indiana, nach gescheiterten Tarifverhandlungen weiterhin ausgesperrt.

Das Unternehmen treibt zudem seinen Desinvestitionsplan in Höhe von 20 Milliarden US-Dollar bis 2027 voran und hat bereits Verkäufe von über 11 Milliarden US-Dollar getätigt. Trotz dieser Maßnahmen bleibt das durchschnittliche Analysten-Kursziel für BP mit 38,28 US-Dollar verhalten. Am Freitag schloss die BP-Aktie bei 6,45 Euro – leicht im Minus zum Vortag, aber seit Jahresbeginn über 27 Prozent im Plus.

In einer separaten Entwicklung erteilte die US-Regierung eine 60-tägige Ausnahmegenehmigung vom Jones Act, um Lieferkettenengpässe zu mildern. Dadurch dürfen ausländische Schiffe Waren zwischen US-Häfen transportieren, was sich potenziell auf BP-Logistikoperationen auswirken könnte.

BP reagiert mit diesen Schritten auf hohe Ölpreise, regulatorische Auflagen und interne Arbeitskonflikte. Zwar verzeichnet die Aktie seit Jahresbeginn ein Plus von über 27 Prozent, doch der langfristige Marktwert steht weiterhin unter Druck. Mit laufenden Verkäufen und verschärften Sparzielen strebt das Unternehmen an, seine Finanzlage in einem volatilen Energiemarkt zu stabilisieren.

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