22 March 2026, 04:06

Deutschland testet Eignung junger Erwachsener für die Bundeswehr per Fragebogen

Ein Buch, das bunt gefärbte Militäruniformen der Deutschen Armee mit detaillierten Elementen wie Helmen, Gewehren und anderen Waffen zeigt.

Militärberater bei der Einberufung: 'Eltern' Sorge wächst - Deutschland testet Eignung junger Erwachsener für die Bundeswehr per Fragebogen

Deutschland führt ein neues System zur Bewertung der Eignung junger Erwachsener für den Militärdienst ein. Ab diesem Jahr erhalten alle 18-jährigen Männer – und freiwillig auch Frauen – einen Fragebogen zu ihrer potenziellen Rolle in der Bundeswehr. Die Maßnahme erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem sich die Zahl der freiwilligen Bewerbungen in den ostdeutschen Bundesländern erhöht, während in vielen Familien weiterhin Vorbehalte gegen eine mögliche Wehrpflicht bestehen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die ersten Schreiben mit dem verpflichtenden Fragebogen gingen am 15. Januar an 18-jährige Männer in Sachsen-Anhalt, weitere folgen bis Ende des Monats. Frauen desselben Alters können ebenfalls teilnehmen, sind aber nicht gesetzlich dazu verpflichtet, zu antworten. Das neue Gesetz zielt darauf ab, Motivation und Diensttauglichkeit zu bewerten – obwohl es in Deutschland derzeit keine aktive Wehrpflicht gibt.

In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ist die Zahl der Bewerbungen für den freiwilligen Wehrdienst seit Beginn des Jahres 2025 bereits gestiegen. Gleichzeitig hat die Anzahl der anerkannten Kriegsdienstverweigerer stark zugenommen: Allein in diesem Jahr wurden 2.830 Anträge genehmigt. Viele junge Erwachsene und ihre Familien diskutieren weiterhin über die ethischen Aspekte einer Militärbeteiligung, insbesondere vor dem Hintergrund globaler Spannungen.

Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) bietet Beratung für diejenigen an, die unsicher über ihre Verpflichtungen oder die Konsequenzen des Dienstes sind. Öffentliche Aufzeichnungen über Reservisten, die Rat zu möglichen Konflikten suchen – etwa im Falle eines hypothetischen Angriffs auf den Iran –, gibt es jedoch bis Februar 2024 nicht. Die Regierung hat zudem klargestellt, dass zwar die freiwillige Rekrutierung Priorität habe, eine "bedarfsorientierte Wehrpflicht" aber wieder eingeführt werden könnte, falls die Bundeswehr Schwierigkeiten habe, ihre Reihen zu füllen.

Das Fragebogensystem markiert einen Wandel in der Vorbereitung Deutschlands auf künftige Verteidigungsanforderungen. Angesichts steigender freiwilliger Bewerbungen und zunehmender Kriegsdienstverweigerung spiegelt die Politik die anhaltende gesellschaftliche Debatte über die Militärbeteiligung wider. Zwar bleibt die Wehrpflicht vorerst vom Tisch – doch die Option besteht weiter, sollte die Rekrutierung hinter den Zielen zurückbleiben.

Quelle