Deutsche Bahn: Jahre der Verspätungen durch marode Gleise und Sanierungsstau
Clara SchneiderDB-Chefin Palla bittet Fahrgäste um Geduld bei Gleisrenovierungen - Deutsche Bahn: Jahre der Verspätungen durch marode Gleise und Sanierungsstau
Fahrgäste der Deutschen Bahn müssen sich auf weitere Verspätungen einstellen, da die groß angelegten Gleissanierungen in ganz Deutschland andauern. Die Strecke Hamburg–Berlin, die seit August gesperrt ist, soll nun erst Mitte Juni wieder in Betrieb gehen – mehrere Wochen später als ursprünglich geplant. Vorstandsvorsitzende Evelyn Palla bittet die Reisenden um Geduld, während die dringend notwendigen Modernisierungsarbeiten durchgeführt werden.
Die aktuellen Probleme des Schienennetzes sind das Ergebnis jahrelanger Unterfinanzierung. Entscheidungen, die vor einem Jahrzehnt oder noch früher getroffen wurden, haben die Infrastruktur in einen desolaten Zustand versetzt und zwingen die Bahn zu wiederholten Streckensperrungen. Allein 2023 waren wichtige Abschnitte wie die 164 Kilometer lange Eifelstrecke – die derzeit elektrifiziert wird – oder die Verbindung Waiblingen–Stuttgart – die wegen Kabelarbeiten gesperrt war – über längere Zeiträume beeinträchtigt.
Palla hat deutlich gemacht, dass die vollständige Erholung des Netzes Zeit brauchen wird. Zwar sind die Investitionen in den letzten Jahren deutlich gestiegen, doch der Sanierungsstau bleibt enorm. Bisher konnte die Deutsche Bahn die Ausfälle lediglich halbieren, und viele der anstehenden Arbeiten lassen sich nicht länger aufschieben. Die Vorstandsvorsitzende setzt auf gründliche Sanierungen statt auf schnelle Lösungen – selbst wenn dies kurzfristig zu Unannehmlichkeiten führt.
Eine spürbare Verbesserung der Pünktlichkeit wird schrittweise eintreten, doch bis das Netz wieder in einem guten Zustand ist, könnten bis zu zehn Jahre vergehen. Reisende müssen sich weiterhin auf Streckensperrungen einstellen, solange die notwendigen Arbeiten andauern. Vorerst bleiben Ersatzbusse und angepasste Fahrpläne fester Bestandteil der Reiseplanung.






