Deutsche fordern mehr Schutz vor hybriden Bedrohungen und Cyberangriffen
Hannah WeberDeutsche fordern mehr Schutz vor hybriden Bedrohungen und Cyberangriffen
Deutsche befürchten zunehmend hybride Bedrohungen durch digitale Angriffe, Sabotage und Falschinformationen
Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass die Bevölkerung dringend besseren Schutz vor diesen Risiken fordert. Viele sind überzeugt, dass die bisherigen Maßnahmen trotz jahrelanger Bemühungen der Regierung nicht ausreichen.
In den vergangenen fünf Jahren hat die Bundesregierung zwar digitale Sicherheitspakete und zusätzliche Mittel für den Cyber-Schutz auf den Weg gebracht. Doch laut jüngsten Überprüfungen ist die Hälfte der in Behörden genutzten Technik veraltet. Offizielle Stellen räumen Lücken in der digitalen Vorbereitung ein und treiben Initiativen wie die Digitalpakete sowie Sonderförderungen zur Modernisierung der Systeme voran. Gleichzeitig wachsen die Forderungen nach besserer Abstimmung in den Bereichen Drohnenkrieg, elektronische Kampfführung und wirtschaftliche Reformen, um den Taktiken zu begegnen, wie sie Russland in seinen hybriden Kampagnen in Europa einsetzt.
Die Cyberangriffe im Vorfeld des russischen Überfalls auf die Ukraine 2022 deckten Schwachstellen in Nachbarländern auf – darunter auch in Polen. Trotz gestiegener IT-Sicherheitsbudgets fehle es Deutschland nach Einschätzung von Experten weiterhin an vollständiger Vorbereitung. Das spiegelt sich auch im Vertrauen der Bevölkerung wider: Nur 32 Prozent glauben, dass die Bürger wissen, wie sie auf hybride Bedrohungen reagieren sollen, während lediglich 38 Prozent das Gesundheitssystem für gerüstet halten.
Die Unterstützung für entschlossenes Handeln ist deutlich: 57 Prozent fordern mehr Investitionen in die Sicherheitsindustrie, und 47 Prozent befürworten, dass die Bundeswehr mit Gegen-Cyberangriffen auf feindliche Hacker reagiert. Gleichzeitig sprechen sich 75 Prozent für erweiterte Überwachungsbefugnisse der Sicherheitsbehörden aus. 61 Prozent verlangen zudem, dass die Regierung Angreifer öffentlich beim Namen nennt, und 45 Prozent wären bereit, an bundesweiten Übungen zur Erprobung von Reaktionsstrategien teilzunehmen.
Die Umfrage offenbart eine Kluft zwischen der öffentlichen Sorge und den aktuellen Abwehrfähigkeiten Deutschlands. Die Mehrheit unterstützt Aufklärungskampagnen, schärfere Überwachung und eine klarere Benennung von Bedrohungen. Angesichts veralteter Systeme und anhaltender Schwachstellen wächst der Druck auf die Politik, schneller und wirksamer gegen hybride Risiken vorzugehen.