Widerstand gegen Neonazi-Demo in Dresden - Dresdens Gedenken an 1945: Zwischen Trauermarsch und Gegenprotesten
Jedes Jahr im Februar gedenkt Dresden der verheerenden alliierten Bombenangriffe von 1945, die die Stadt in Schutt und Asche legten und bis zu 25.000 Menschen das Leben kosteten. In diesem Jahr steigen die Spannungen, da sich rechtsextreme Gruppen auf ihren jährlichen "Trauermarsch" vorbereiten, während ein breites Bündnis von Gegendemonstranten mobilmacht, um ihnen entgegenzutreten. Die Gedenkveranstaltungen in der Stadt sind erneut zum Zankapfel zwischen historischer Erinnerung und politischer Konfrontation geworden.
Zwischen dem 13. Februar und den folgenden Tagen des Jahres 1945 warfen britische und amerikanische Bomber Wellen von Angriffen auf Dresden. Die Luftangriffe zerstörten große Teile der historischen Stadt und töteten Tausende – eine Wunde, die bis heute das kollektive Gedächtnis prägt.
Rechtsextremisten instrumentalisieren das Datum seit Langem, um Deutschlands Rolle im Zweiten Weltkrieg zu verharmlosen. In diesem Jahr haben sich rund 1.000 Teilnehmer für ihren "Trauermarsch" angemeldet, obwohl frühere Veranstaltungen wie die Kundgebung 2023 zwischen 4.000 und 5.000 Unterstützer mobilisierten. Gruppen wie die NPD und Der III. Weg nutzen den Jahrestag wiederholt, um geschichtsrevisionistische Erzählungen zu verbreiten.
Als Reaktion ruft das Bündnis "Dresden nazifrei" zu einer starken Beteiligung gegen die rechtsextreme Demonstration auf. Gegendemonstranten werden sich am Samstagmorgen an mehreren Orten in der Stadt versammeln; eine zentrale Kundgebung ist für 11:00 Uhr am Postplatz in der Altstadt geplant. Die Teilnahme an diesen Protesten ist in den letzten Jahren stark gestiegen – 2025 verzeichnete mehr als doppelt so viele Teilnehmer wie bei früheren Gedenkveranstaltungen.
Politiker betonen die Notwendigkeit einer historisch korrekten Erinnerungskultur, die allen Opfern gerecht wird – sowohl denen, die bei den Bombenangriffen ums Leben kamen, als auch denen, die unter der NS-Herrschaft litten. Ein zentraler Moment der Dresdner Gedenkveranstaltungen bleibt die Menschenkette, bei der Tausende Bürgerinnen und Bürger Hand in Hand ein Zeichen der Solidarität und des Gedenkens setzen.
Der Jahrestag der Zerstörung Dresdens wirft nach wie vor unterschiedliche historische Deutungen auf. Die diesjährigen Veranstaltungen werden sowohl von rechtsextremen Aufmärschen als auch von großflächigen Gegenprotesten geprägt sein – ein Spiegelbild des anhaltenden Ringens der Stadt um den Ausgleich zwischen Erinnerung und politischer Verantwortung. Behörden und Aktivisten appellieren gleichermaßen an die Bevölkerung, sich an den offiziellen Gedenkveranstaltungen zu beteiligen, um den Fokus auf die Opfer von Krieg und Tyrannei zu lenken.
Dresdens 'Trauermarsch' 2026 lockt 2.000 Neonazis und 3.000 Gegendemonstranten in friedlichen Showdown
Die 'Trauermarsch' 2026 in Dresden endete mit 2.000 Neonazis und 3.000 Gegendemonstranten in einer gespannten, aber gewaltfreien Konfrontation. Wichtige Entwicklungen:
- 2.000 Rechtsextreme Teilnehmer, mehr als die registrierten 1.000, trugen Schilder mit der Behauptung von 350.000 Weltkriegsopfern (tatsächliche Zahl: 25.000).
- Organisatoren waren Lutz Giesen (Freie Sachsen-Partei) und Holocaust-Leugner Nikolai Nerling, mit der Flagge Irans und 'Bombenholocaust'-Parolen.
- 3.000 Gegendemonstranten blockierten die Marschroute mehrmals; Polizei griff nicht ein bei unerlaubten Gegenständen wie Pfefferspray oder Gesichtsmasken.






