E-Auto-Fahrer in Baden-Württemberg verdienen Geld durch flexible Stromnetz-Entlastung
Hannah WeberE-Auto-Fahrer in Baden-Württemberg verdienen Geld durch flexible Stromnetz-Entlastung
Neues Feldprojekt in Baden-Württemberg: Wie E-Auto-Fahrer das Stromnetz entlasten – und dabei Geld verdienen
In Baden-Württemberg wird derzeit in einem Praxisversuch erprobt, wie Besitzer von Elektrofahrzeugen (E-Autos) das Stromnetz stabilisieren und gleichzeitig ein Zusatzeinkommen erzielen können. Das Projekt mit dem Namen LadeFlexBW belohnt Teilnehmer dafür, dass sie ihre Ladegewohnheiten unter realen Bedingungen anpassen. Die Initiative passt damit in die europäischen Bestrebungen, die Nachfragesteuerung auszubauen – ein zentraler Baustein für den Ausbau erneuerbarer Energien.
LadeFlexBW funktioniert als Reallabor und richtet sich an private E-Auto-Besitzer in der gesamten Region. Die Teilnehmer erhalten eine finanzielle Vergütung, wenn sie Flexibilität bei ihren Ladezeiten zeigen – ohne dafür den Energieanbieter wechseln oder ihren Tarif anpassen zu müssen. Das System nutzt das bestehende deutsche Standardlastprofil, sodass keine intelligenten Stromzähler erforderlich sind.
Das Projekt ist so konzipiert, dass es skalierbar ist: Es kann von einigen hundert bis zu zehntausenden Fahrzeugen unterstützt werden. Dominique Gross, Geschäftsführer von Intelligent Energy System Services (IE2S), betont, dass es darum gehe, ein Erlösmodell zu testen, das dem Markt, dem Stromnetz und dem Geldbeutel der Fahrer zugutekommt. Da die Teilnahme freiwillig und marktbasiert erfolgt, müssen E-Auto-Besitzer keine Komforteinbußen befürchten.
Oliver Strangfeld, Vorstandsmitglied bei TransnetBW, sieht in solchen Reallaboren eine wichtige Brücke zwischen kleinen Pilotprojekten und einer flächendeckenden Umsetzung. Die Erkenntnisse aus LadeFlexBW sollen künftig in die Gestaltung von Energiepreisen, Netzentgelten und die Integration der E-Mobilität in erneuerbare Energiesysteme einfließen.
LadeFlexBW schafft für E-Auto-Fahrer eine eigenständige Einnahmequelle und trägt gleichzeitig dazu bei, das Stromnetz während der Energiewende zu stabilisieren. Die Ergebnisse des Projekts könnten in den kommenden Jahren politische Entscheidungen, digitale Ladedienste und regulatorische Modelle prägen. Derzeit liegt der Fokus darauf, die Funktionsfähigkeit des Systems unter Alltagsbedingungen zu beweisen.






