Evangelische Kirche in Bayern kämpft mit Mitgliederschwund und Reformdruck
Hannah WeberLandessynode der Evangelischen Kirche in Bayern - Was steckt dahinter? - Evangelische Kirche in Bayern kämpft mit Mitgliederschwund und Reformdruck
Die evangelische Kirche in Bayern durchlebt tiefgreifende Veränderungen, während die Zahl ihrer Mitglieder weiter schrumpft. Im Jahr 2023 ist die Zahl der registrierten Gemeindeglieder erstmals unter zwei Millionen gefallen. Finanzielle Zwänge und organisatorische Reformen prägen nun die Zukunft der Landeskirche.
Das höchste Gremium der Kirche, die Landessynode, fungiert wie ein Parlament mit 108 Mitgliedern. Dazu zählen 89 gewählte Vertreterinnen und Vertreter, drei Delegierte der evangelisch-theologischen Fakultäten, drei Jugendvertreter sowie 13 berufene Mitglieder aus verschiedenen Berufsfeldern. Mehr als die Hälfte der gewählten Synodalen – 56 Prozent – sind Frauen, und 63 Prozent üben ihr Amt erstmals aus.
Die Synode verfügt über weitreichende Befugnisse: Sie wählt alle zwölf Jahre die Landesbischöfin oder den Landesbischof und trifft grundlegende Entscheidungen zur Kirchenpolitik. Während der Bischof oder die Bischöfin als öffentliches Gesicht der Kirche auftritt, steuert die Synode die strukturelle und finanzielle Ausrichtung. Zu den jüngsten Reformen gehören die Reduzierung der Anzahl der Kirchenkreise sowie die Zusammenlegung kleinerer Gemeinden zu größeren regionalen Einheiten.
Der Mitgliederschwund bleibt eine drängende Herausforderung. Bis 2035 könnte die Zahl der Gläubigen laut Prognosen um 40 Prozent sinken – mit Folgen für die Finanzierung und die Anzahl der Hauptamtlichen. Anders als die katholische Kirche setzt die evangelische Kirche in Bayern stark auf die Mitwirkung von Laien in der Leitung, was die Umstrukturierungsbemühungen zusätzlich verkompliziert.
Die Beschlüsse der Synode werden entscheiden, wie sich die Kirche an schrumpfende Ressourcen und Mitgliederzahlen anpasst. Weniger Kirchenkreise und größere Gemeinden sollen die Abläufe effizienter gestalten. Doch welche langfristigen Auswirkungen dies auf die örtlichen Gemeinschaften und Angebote haben wird, bleibt abzuwarten.






