Kik schließt 225 Filialen: Neuer Chef soll den Textildiscounter retten
Hannah WeberKik schließt 225 Filialen: Neuer Chef soll den Textildiscounter retten
Textildiscounter Kik steht vor tiefgreifenden Umbrüchen: Bis 2026 wird das Unternehmen Hundert Filialen in Europa schließen. Insgesamt reduziert der Konzern sein Filialnetz um 225 Standorte – allein in Deutschland fallen 135 Geschäfte weg. Gleichzeitig gibt es einen Wechsel an der Spitze: Ein neuer Vorstandschef übernimmt im Juni die Führung des angeschlagenen Unternehmens.
Die Probleme von Kik begannen bereits früher, als führende Manager in kurzer Folge das Unternehmen verließen. Zunächst gingen Finanzvorstand Rüdiger Hartmann und Betriebschef Dirk Ankenbrand, bevor CEO Patrick Zahn im September 2025 seinen Posten räumte. Zahns Abgang folgte auf Meinungsverschiedenheiten mit dem Kik-Eigentümer, der Tengelmann-Gruppe. Nach seinem Rücktritt übernahm Christian Kümmer, der zuvor beim Tierbedarfshändler Fressnapf tätig gewesen war, kommissarisch die Geschäftsführung.
Nun wird Ulrich Hanfeld im Juni die Führung übernehmen. Er bringt Erfahrung vom Konkurrenten NKD mit, wo er über sechs Jahre als CEO wirkte. Zuvor arbeitete er fast ein Jahrzehnt für die japanische Tochter des Otto-Konzerns in Tokio. Ein Branchenkenner beschreibt ihn als versierten Verkäufer, nicht aber unbedingt als Sanierungsexperten für Krisenunternehmen.
Unterdessen wies Tengelmann-Managerin Jela Götting Gerüchte über einen bevorstehenden Verkauf von Kik zurück. Der Fokus liege auf der Restrukturierung – bis 2026 sollen rund 300 Filialen geschlossen werden. In Deutschland verbleiben dann noch etwa 2.200 Kik-Geschäfte.
Die Schließungen werden Kiks Präsenz in Europa deutlich verkleinern: 225 Standorte fallen aus dem aktuellen Bestand. Mit Hanfeld an der Spitze hofft das Unternehmen, unter neuer Führung die Geschäfte zu stabilisieren. Die kommenden Monate werden zeigen, ob diese Maßnahmen den Niedergang des Händlers aufhalten können.






