13 March 2026, 20:11

Machtwechsel im VW-Werk Zwickau: AfD-nahe Gruppe zieht in Betriebsrat ein

Ein Plakat mit fetter schwarzer Schrift auf weißem Hintergrund lautet "Kindera(r)beit ist eine nationale Ge(f)ahr - Sollen wir der Industrie die Nation kett(et)en lassen", zeigt eine Gruppe von Menschen verschiedenen Alters, Geschlechts und Herkunftslandes, die gemeinsam stehen.

Keine Rechtsverschiebung - IG Metall gewinnt Wahl bei VW Zwickau - Machtwechsel im VW-Werk Zwickau: AfD-nahe Gruppe zieht in Betriebsrat ein

Im Volkswagen-Werk Zwickau haben sich in den letzten Monaten tiefgreifende Veränderungen vollzogen – mit Stellenabbau und einer verschobenen Stimmung unter den Beschäftigten. Bei der jüngsten Betriebsratswahl zeigte sich ein Machtwechsel: Erstmals zog eine Gruppe mit Verbindungen zur rechtspopulistischen AfD in das Gremium ein. Mehr als 8.000 Mitarbeiter gaben ihre Stimme in einer mit Spannung verfolgten Wahl ab.

Das Werk in Zwickau, ein zentraler Standort für die Elektroauto-Produktion von Volkswagen, hat seine Belegschaft bereits um rund 1.200 Mitarbeiter verringert. Die Kürzungen erfolgten durch Ruhestandsübergänge, freiwillige Aufhebungsverträge und den Auslauf befristeter Verträge. Der gesamte VW-Konzern plant bis 2030 den Abbau von 35.000 Stellen in Deutschland – wie viele davon Sachsen betreffen werden, bleibt jedoch unklar.

Die Stimmung im Werk hat unter den Produktionskürzungen und Entlassungen gelitten, weshalb die Betriebsratswahl besonders im Fokus stand. Die traditionell dominierende IG Metall erreichte zwar 81 Prozent der Stimmen – ein Rückgang gegenüber den knapp 89 Prozent bei der vorherigen Wahl – und sicherte sich damit 29 der 35 Sitze. Doch zwei kleinere Gruppen zogen ebenfalls in den Betriebsrat ein: Die "Alternative Liste" (Liste 1) erhielt 7,3 Prozent und zwei Sitze, während das "Freie Betriebsratsbündnis", das als AfD-nah gilt, mit 11,5 Prozent und vier Sitzen vertreten ist. Ihr Einzug markiert eine neue Dynamik in der Interessenvertretung der Belegschaft.

Die Wahlergebnisse spiegeln einen Wandel in der Belegschaft Zwickaus wider: Die IG Metall behält zwar die klare Mehrheit, sieht sich aber erstmals mit neuer Opposition konfrontiert. Der Einzug der AfD-nahen Gruppe in den Betriebsrat deutet auf eine Verschiebung der Prioritäten unter den Mitarbeitern hin. Angesichts der anstehenden Umstrukturierungen bei Volkswagen und weiterer drohender Stellenstreichungen dürfte die angespannte Stimmung im Werk vorerst bestehen bleiben.

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