14 March 2026, 12:05

Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis nach Jahren im belarussischen Gefängnis

Ein rotes und weißes Kissen mit der Aufschrift "Justiz für Belarus" auf einem weißen Hintergrund.

Spätverleihung des Karlspreises an belarussische Oppositionsfigur Kolesnikova - Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis nach Jahren im belarussischen Gefängnis

Die belarussische Oppositionsfigur Maria Kolesnikowa hat endlich den Internationalen Karlspreis erhalten, mit dem sie bereits 2022 ausgezeichnet worden war. Die feierliche Verleihung fand am Samstag im historischen Krönungssaal von Aachen statt – fast drei Jahre, nachdem ihr die Ehre erstmals zuteilwurde. Kolesnikowa, die wegen ihrer Rolle bei Protesten gegen Alexander Lukaschenko inhaftiert worden war, kam im Dezember 2025 nach fünf Jahren in einem belarussischen Straflager frei. Ursprünglich war sie zu elf Jahren verurteilt worden.

Kolesnikowa war 2020 festgenommen und später wegen ihrer Beteiligung an Massenprotesten gegen die umstrittene Wiederwahl Lukaschenkos verurteilt worden. Ihre Haft dauerte bis zum 13. Dezember 2025, als sie im Rahmen einer selektiven Amnestie zusammen mit 122 weiteren politischen Gefangenen entlassen wurde. Seitdem hat sie in Deutschland Schutz gefunden, wo ihr nun politisches Asyl gewährt wird.

Der seit 1950 jährlich verliehene Karlspreis würdigt Persönlichkeiten und Institutionen für ihre Verdienste um Europa. Kolesnikowa wurde für ihren "außergewöhnlichen Mut" im Kampf für demokratische Rechte und freie Wahlen ausgezeichnet. Zu den früheren Preisträgern zählen Papst Franziskus, Emmanuel Macron und Bill Clinton. Auch der diesjährige Laureat, Mario Draghi, nahm an der Veranstaltung teil.

Armin Laschet, Vorsitzender des Kuratoriums des Karlspreises, bezeichnete Kolesnikowas Auftreten bei der Zeremonie als ein "starkes Signal" an alle, die in Europa weiterhin für Freiheit und Demokratie kämpfen. Trotz ihrer Freilassung steht Belarus weiterhin wegen Menschenrechtsverletzungen in der Kritik, darunter Zwangsexile und anhaltende Repression. Das Land sucht derzeit engere Bindungen zu China, dem von den Taliban geführten Afghanistan und der UN-Diplomatie, während internationale Akteure wie die USA nur begrenzte Lockerungen der Sanktionen anbieten.

Die Annahme des Preises durch Kolesnikowa erfolgt zu einer Zeit, in der Belarus weiterhin unter Lukaschenkos Kontrolle steht und keine Anzeichen für neue Proteste erkennbar sind. Zwar markierte ihre Freilassung eine seltene Zugeständnis, doch die Unterdrückung hält an, und internationale Beobachter verfolgen die Entwicklungen weiter. Die Preisverleihung in Aachen hat die weltweite Aufmerksamkeit erneut auf den Kampf um Demokratie in Belarus gelenkt.

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