19 March 2026, 18:05

Mecklenburg-Vorpommern will Stromtrasse nach Schweden wiederbeleben – warum jetzt?

Eine Liniengrafik, die die Stromerzeugung aus Wind und Sonne in Deutschland zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

MV plant wiederaufleben lassen Pläne für Stromleitung nach Schweden - Mecklenburg-Vorpommern will Stromtrasse nach Schweden wiederbeleben – warum jetzt?

Mecklenburg-Vorpommern drängt auf Wiederbelebung einer gestoppten Stromtrasse zwischen Deutschland und Schweden

Das Bundesland will das unter Wasser gelegene Leitungsprojekt zwischen Deutschland und Schweden wiederaufnehmen, das zuvor auf Eis gelegt worden war. Die geplante Verbindung soll Südschweden mit der Region um Güstrow verbinden. Abgeordnete in Schwerin haben die Bundesregierung nun aufgefordert, die Verhandlungen mit Schweden und Norwegen über das Vorhaben wieder aufzunehmen.

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Das Hansa PowerBridge-Projekt war 2024 erstmals vorgestellt, später jedoch fallen gelassen worden. Nun wollen regionale Verantwortliche es reaktivieren – mit Verweis auf veränderte wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen. Schwedens Wirtschaft hat sich kräftig erholt: Für 2026 werden Wachstumsprognosen von 2,5 bis 2,6 Prozent erwartet, getrieben durch höhere Realeinkommen, eine stabile Geldpolitik und gestiegene Verteidigungsausgaben.

Die Stromleitung würde es Norddeutschland ermöglichen, Überschussstrom aus Windenergie in Spitzenzeiten nach Südschweden zu exportieren. Im Gegenzug könnte Schweden Deutschland bei Bedarfsspitzen mit Wasserkraft versorgen. Die skandinavische Wasserkraft fungiert dabei als natürlicher Speicher und hilft, Schwankungen bei Wind- und Solarenergie auszugleichen.

Die verbesserte wirtschaftliche Stabilität Schwedens, die hohe Marktransparenz und die engere Anbindung an die EU machen das Projekt heute attraktiver. Auch die vertiefte Verteidigungskooperation mit Deutschland schafft neue Chancen für grenzüberschreitende Infrastrukturvorhaben. Dennoch bleiben Bedenken wegen möglicher kurzfristiger Großhandelspreisspitzen in Schweden – bis zu 15 Prozent – die neu bewertet werden müssten.

Der Landtag in Schwerin hat die Bundesregierung und die EU offiziell aufgefordert, den Hansa PowerBridge erneut zu prüfen. Sollte das Projekt wiederbelebt werden, könnte das Unterseekabel die Energieversorgungssicherheit und Netzstabilität beider Länder stärken. Die nächsten Schritte hängen von erneuten Gesprächen zwischen Deutschland, Schweden und Norwegen ab.

Quelle