19 March 2026, 20:05

Niedersachsens Ministerpräsident warnt vor drohender Energiekrise durch Rekordtief bei Gasvorräten

Balkendiagramm zeigt die Stromerzeugung der US-Bundesstaaten nach Brennstoffart im Jahr 2022 mit begleitendem erklärendem Text.

Olaf Lies fordert Maßnahmen gegen hohe Energiekosten - Niedersachsens Ministerpräsident warnt vor drohender Energiekrise durch Rekordtief bei Gasvorräten

Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies warnt vor Energiekrise: Gasvorräte auf Rekordtief – dringender Handlungsbedarf

Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies hat angesichts des nahenden Winters ernste Bedenken zur Energieversorgung Deutschlands geäußert. Angesichts historisch niedriger Gasreserven und stark steigender Spritpreise fordert er sowohl von der Industrie als auch von der Bundesregierung rasches Handeln. Seine Warnungen kommen vor dem Hintergrund wachsender Sorgen über mögliche weitere Versorgungsengpässe, darunter auch potenzielle Konflikte mit dem Iran.

Die aktuellen Gasreserven liegen bei nur noch 20,7 % – deutlich unter den 44 %, die im Vorjahreszeitraum verzeichnet wurden. Der tägliche Verbrauch zehrt die Bestände je nach Wetterlage um 0,7 bis 1 % auf. Bereits Ende März waren die Vorräte unter den Tiefstand des vergangenen Winters von 23 % gefallen. Die Bundesregierung strebt an, bis November eine Auslastung von 70 % zu erreichen, wofür etwa 125 Terawattstunden (TWh) Gas benötigt werden – bei heutigen Preisen ein Volumen von rund 6,25 Milliarden Euro. Experten raten jedoch zu einer strategischen Reserve von 78 TWh, um auf plötzliche Lieferausfälle vorbereitet zu sein.

Lies setzt sich für den Bau eines dritten Flüssigerdgas-Terminals (LNG) in Wilhelmshaven ein, um die Importkapazitäten zu erhöhen. Gleichzeitig betont er die Notwendigkeit, die Bezugsquellen zu diversifizieren, etwa durch verstärkte Lieferungen aus Norwegen und den Niederlanden. Zugleich darf seiner Meinung nach die einheimische Förderung, insbesondere in der Nordsee, nicht vernachlässigt werden.

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Der Ministerpräsident kritisiert die erneute Debatte über Atomkraft als destabilisierend – sowohl für das Vertrauen der Bevölkerung als auch für die Planungssicherheit der Industrie. Zudem fordert er die Mineralölkonzerne auf, gegen die explodierenden Spritpreise vorzugehen, die zunehmend für Unmut sorgen. Angesichts der angespannten Lage durch die Iran-Krise drängt Lies die Bundesregierung, alle denkbaren Szenarien zu prüfen, um die Energieversorgung Deutschlands langfristig abzusichern.

Die Zeit wird knapp: Bis zum Winter müssen die Gasreserven dringend aufgefüllt werden. Lies' Vorschläge umfassen den Ausbau der LNG-Kapazitäten, die Sicherung alternativer Lieferanten und die Aufrechterhaltung der heimischen Produktion. Ohne schnelle Maßnahmen drohen dem Land im Winter weitere Engpässe und wirtschaftliche Belastungen.

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