Neue MOTRA-Studie zeigt: Rechtsextreme Medien prägen 5,4 Prozent der Deutschen
Clara SchneiderNeue MOTRA-Studie zeigt: Rechtsextreme Medien prägen 5,4 Prozent der Deutschen
Langzeitstudie zu Radikalisierung in Deutschland legt aktuelle Ergebnisse vor
Eine langjährige Studie zur Radikalisierung in Deutschland hat ihre neuesten Erkenntnisse veröffentlicht. Der Bericht, der von einem Konsortium aus neun Forschungseinrichtungen erstellt wurde, zeigt den wachsenden Einfluss rechtsextremer Medien und extremistischer Ansichten auf. Darin wird gewarnt, dass eine kleine, aber lautstarke Minderheit die demokratische Debattenkultur im Land untergräbt.
Das MOTRA-Projekt – kurz für Monitoring-System und Transferplattform Radikalisierung – beobachtet extremistische Tendenzen seit 2019. Unter der Leitung des Bundeskriminalamts (BKA) und mit Bundesmitteln finanziert, hat es nun seinen bislang detailliertesten Bericht vorgelegt: den MOTRA-Monitor 2024/25.
Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass mittlerweile 5,4 Prozent der Deutschen ein "voll ausgeprägtes rechtsextremes Weltbild" vertreten. Die Forscher:innen untersuchten insbesondere die Rolle sogenannter "alternativer Nachrichtenmedien", vor allem Printpublikationen wie Compact, Junge Freiheit, Tichys Einblick und IslamiQ. Diese Medien, so der Bericht, isolierten ihre Leser:innen von der öffentlichen Meinungsbildung und festigten irreführende Überzeugungen.
Die Ergebnisse kritisieren zudem die Dominanz extremistischer Stimmen in der öffentlichen Debatte. Zwar beteiligten sich die meisten Menschen an "radikalen, aber demokratisch legitimen" Diskussionen, doch ihre Perspektiven würden häufig überlagert. Stattdessen gewinne eine "antidemokratische, radikale Minderheit" an Einfluss und verzerre die politische Auseinandersetzung.
Der MOTRA-Bericht unterstreicht die Gefahren, die von rechtsextremen Medien und ihrem Einfluss auf die öffentliche Meinung ausgehen. Er ruft zu einer Stärkung demokratischer Stimmen auf, um extremistischen Narrativen entgegenzuwirken. Die Studiendaten sollen nun Politik und Forschung als Grundlage dienen, um der Radikalisierung in Deutschland entgegenzusteuern.






