17 March 2026, 18:07

NRW verschärft Kampf gegen Slum-Wohnungen und skrupellose Vermieter

Schwarz-weißes Schild an einem Gebäude mit der Aufschrift "Bitte keine Verschmutzung Verursacher werden verfolgt Keine Ablagerung".

Wie NRW den Missbrauch von Wohnungen mit Schrottimmobilien stoppt - NRW verschärft Kampf gegen Slum-Wohnungen und skrupellose Vermieter

Nordrhein-Westfalen will gegen Slum-Wohnungen, ausbeuterische Vermieter und Missbrauch von Wohnraum vorgehen. Die Landesregierung hat einen Entwurf für das Gesetz für faires Wohnen verabschiedet, das bereits in diesem Herbst in Kraft treten könnte. Das neue Gesetz ersetzt das Wohnraumstärkungsgesetz von 2021 und führt strengere Kontrollen für Problemimmobilien ein.

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Ziel der Regelung sind vor allem Städte wie Köln, Düsseldorf und Essen, wo in den vergangenen fünf Jahren schwerwiegende Verstöße im Wohnungssektor dokumentiert wurden. Unsichere Wohnverhältnisse, diskriminierende Vermietungspraktiken und baufällige Gebäude gehören hier ebenso zu den anhaltenden Problemen wie die prekären Zustände in Duisburg und Oberhausen.

Mit den neuen Vorschriften erhalten die Behörden erweiterte Eingriffsbefugnisse. Dazu zählen die Zwangsverwaltung schlecht geführter Immobilien und – als letztes Mittel – die Enteignung, allerdings nur unter strengen Auflagen. Zunächst muss Vermietern die Möglichkeit eingeräumt werden, das Objekt zu einem angemessenen Preis zu verkaufen. Eine Enteignung kommt nur infrage, wenn das Grundstück anschließend wieder Wohnzwecken zugeführt wird.

Erstmals führt das Land zudem ein Verbot ausbeuterischer Wohnraumvermietung ein. Kommunen können künftig eine Registrierungspflicht und Qualitätskontrollen für Mietwohnungen durchsetzen. Vor der Nutzung ist eine sichtbar anzubringende "Fair-Wohnen-Zertifizierung" erforderlich. Unerlaubte Kurzzeitvermietungen werden auf maximal 56 Nächte pro Jahr begrenzt – eine Verschärfung gegenüber der bisherigen 90-Tage-Regelung.

Um Sozialbetrug einzudämmen, sieht das Gesetz einen verstärkten Datenaustausch zwischen Behörden vor. Verstöße gegen die neuen Regeln können mit Bußgeldern von bis zu 500.000 Euro geahndet werden.

Das Gesetz für faires Wohnen soll die Wohnqualität verbessern und rechtliche Schlupflöcher schließen, die skrupellose Vermieter bisher ausnutzen. Bei Verabschiedung erhalten Kommunen mehr Instrumente, um Wohnstandards durchzusetzen und Missbrauch zu sanktionieren. Die finale Umsetzung des Gesetzes wird noch in diesem Jahr erwartet, vorbehaltlich der letzten Zustimmung.

Quelle