13 March 2026, 08:08

Oberallgäu: Landrätin Indra Baier-Müller tritt nach Skandalen zurück

Eine Deutschlandkarte mit roten und blauen Provinzen, die die Ergebnisse der Wahl von 2016 zeigen, einschließlich der Namen der Kandidaten und des Wahldatums.

Stadträtin im Oberallgäu tritt nach Mandatsrückzug aus Partei aus - Oberallgäu: Landrätin Indra Baier-Müller tritt nach Skandalen zurück

Im Oberallgäu hat sich die politische Landschaft erneut verschoben, nachdem Indra Baier-Müller von ihrem Amt als Landrätin zurückgetreten ist. Ihr Rückzug folgt auf eine turbulente Amtszeit, die von Kontroversen geprägt war – darunter auch Umweltskandale. Mit ihrem Schritt endet zudem ihre Zugehörigkeit zu den Freien Wählern, die sie 2020 mit einem überraschenden Wahlsieg gegen die lange dominierende CSU an die Macht gebracht hatte.

Erstmals Schlagzeilen machte Baier-Müller 2020, als sie Alfons Hörmann besiegte, der damals Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes und CSU-Kandidat war. Der Sieg markierte einen historischen Wandel und beendete die jahrzehntelange Vorherrschaft der CSU im Oberallgäuer Landratsamt. Ihr Wahlkampf, unterstützt von den Freien Wählern, hatte einen frischen Ansatz für die lokale Politik versprochen.

Im vergangenen Jahr kündigte sie an, nicht für eine zweite Amtszeit kandidieren zu wollen. Diese Entscheidung fiel vor dem Hintergrund wachsender Spannungen innerhalb der Partei und öffentlicher Kritik an ihrem Umgang mit Umweltfragen. Kurze Zeit später folgte ihr Austritt aus den Freien Wählern – Baier-Müller begründete dies mit einer zunehmenden Diskrepanz zwischen ihren politischen Zielen und der Ausrichtung der Partei.

Bei der jüngsten Stichwahl lag der Kandidat der Freien Wähler, Christian Wilhelm, mit 40,8 Prozent der Stimmen vorne. Der CSU-Bewerber Thomas Eigstler folgte mit 33,3 Prozent, was darauf hindeutet, dass sich der politische Wandel im Landkreis auch über Baier-Müllers Amtszeit hinaus fortsetzen könnte.

Mit Baier-Müllers Abgang verlieren die Freien Wähler ihre bekannteste lokale Persönlichkeit. Die Ergebnisse der Stichwahl zeigen zwar, dass die Partei weiterhin konkurrenzfähig bleibt, doch ihr Rückzug hinterlässt eine Lücke in der Oberallgäuer Politik. Der nächste Landrat wird nun die Aufgabe haben, die Kontroversen aufzuarbeiten, die ihre einzige Amtszeit geprägt haben.

Quelle