Pharmakonzern trotz Milliardenschaden mit Hoffnung auf klinische Durchbrüche
Lina KrügerPharmakonzern trotz Milliardenschaden mit Hoffnung auf klinische Durchbrüche
Ein großer Pharmakonzern hat ein schwieriges Finanzjahr hinter sich: Für 2025 meldete das Unternehmen einen Nettoverlust von 3,6 Milliarden Euro. Trotz dieses Rückschlags verzeichnet die Sparte für Arzneimittelentwicklung bedeutende Fortschritte – die Aktie legte um 4,71 % auf 40,25 Euro zu. Die juristischen Auseinandersetzungen um Klagen wegen des Unkrautvernichters Roundup dauern zwar an, doch anstehende Gerichtsentscheidungen und klinische Erfolge könnten die Zukunft des Konzerns neu prägen.
Laut dem Geschäftsbericht für 2025 belief sich der Nettoverlust auf 3,6 Milliarden Euro, vor allem bedingt durch Prozesskosten im Zusammenhang mit den Roundup-Klagen. Die Nettoverschuldung stieg zudem auf fast 30 Milliarden Euro und belastet damit die Bilanz zusätzlich. Dennoch bleibt die Pharmasparte stabil: Schlüsselfstudien liefern vielversprechende Ergebnisse.
So zeigte die im April 2024 veröffentlichte FIND-CKD-Studie, dass Finerenon (vermarktet als Kerendia) bei Patienten mit nicht-diabetischer chronischer Nierenerkrankung (CKD) einem Placebo überlegen ist. Das Medikament senkte das Verhältnis von Albumin zu Kreatinin im Urin (UACR) innerhalb von 120 Tagen um 29,5 %. Zudem verlangsamte es den Rückgang der Nierenfunktion und verbesserte die Remissionsraten – basierend auf einer Phase-2-Studie unter doppelblinden Bedingungen. Diese Erkenntnisse haben das Unternehmen veranlasst, eine erweiterte Zulassung durch die US-Arzneimittelbehörde FDA zu beantragen, was den Markt für Kerendia deutlich ausweiten könnte.
Die rechtlichen Herausforderungen bestehen fort: Am 1. April 2026 wird der US-amerikanische Supreme Court mündliche Verhandlungen zu den Warnhinweisen auf Roundup abhalten; ein Urteil wird bis Mitte Juni 2026 erwartet. Anleger beobachten diese Entwicklungen genau, ebenso wie mögliche Maßnahmen der US-Regierung zum Schutz der Glyphosat-Versorgung. Parallel dazu steht auf der Hauptversammlung am 1. April 2026 eine Abstimmung über eine vorgeschlagene Dividende von 0,11 Euro pro Aktie an.
Ein für den Konzern günstiges Urteil des Supreme Court zu Roundup in Kombination mit den jüngsten Erfolgen in klinischen Studien könnte die finanzielle Belastung lindern. Mit zehn geplanten Markteinführungen von Blockbuster-Medikamenten im kommenden Jahrzehnt könnte sich die langfristige Perspektive verbessern. Derzeit spiegelt sich das gestiegene Vertrauen der Aktionäre in dem kürzlichen Kursanstieg von 4,71 % wider.






