14 March 2026, 02:05

Rechtsextreme Gewerkschaft Zentrum zieht erstmals in VW-Betriebsrat ein

Ein Blatt mit der Aufschrift "Neuer Markt, die Wahl, Mr. Williams' Proposition für die Mehrheit" darauf.

Arbeitskreis betritt erstmals einen VW-Betriebsrat - Rechtsextreme Gewerkschaft Zentrum zieht erstmals in VW-Betriebsrat ein

Zum ersten Mal hat eine kleine Gewerkschaft mit Verbindungen zur rechtsextremen Szene Sitze im Betriebsrat von Volkswagen errungen. Die Gruppe Zentrum, die sich selbst als "alternative Gewerkschaft" bezeichnet, sicherte sich zwei der 35 zu vergebenden Plätze im Werk Braunschweig des Konzerns. Das Ergebnis markiert einen Wandel in der Interessenvertretung bei einem der größten Automobilhersteller Deutschlands.

Zentrum wurde 2009 unter dem Namen Zentrum Automobil im Mercedes-Benz-Werk Stuttgart-Untertürkheim gegründet. In diesem Jahr trat die Organisation erstmals mit einer eigenen Liste bei Volkswagen an – konkret am Standort Braunschweig. Mit 6,49 Prozent der Stimmen konnte sie beide ihre Kandidaten in den Betriebsrat bringen.

Die etablierte IG Metall behielt eine klare Mehrheit und erhielt 78,5 Prozent der Stimmen sowie 28 Sitze. Die Christliche Automobil- und Metallarbeiter-Gewerkschaft (CAMA) kam auf 15 Prozent und fünf Mandate. Daniela Nowak, Spitzenkandidatin der IG Metall in Braunschweig, betonte, dass die Mehrheit der Belegschaft weiterhin zu traditioneller Solidarität und Tarifbindung stehe.

Trotz des Zugewinns hätte Zentrum selbst mit weiteren Kandidaten keine zusätzlichen Sitze erringen können. Die Gewerkschaft, die als nahestehend zur rechtspopulistischen AfD gilt, ist in anderen Volkswagen-Produktionsstätten bisher nicht vertreten.

Das Wahlergebnis besiegelt den ersten Einzug von Zentrum in einen Volkswagen-Betriebsrat. Die IG Metall bleibt mit über drei Vierteln der Sitze die dominierende Kraft. Das Resultat spiegelt die anhaltenden Debatten über die Arbeitnehmervertretung in der deutschen Automobilindustrie wider.

Quelle