Rentenreform 2025: Mehr Flexibilität, mehr Staat – doch die Kritik bleibt
Emma MayerKlingbeil offen für Änderungen im neuen Rentenreformgesetz - Rentenreform 2025: Mehr Flexibilität, mehr Staat – doch die Kritik bleibt
Deutschland steht vor einer Reform seines privaten Rentensystems: Ein neuer Gesetzentwurf soll mehr Flexibilität und Transparenz schaffen. Zu den geplanten Änderungen gehören staatliche Zuschüsse für Sparer sowie strengere Kostenkontrollen bei Rentenprodukten. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil hat signalisiert, dass er den Entwurf nach Kritik von Verbraucherschützern und Landespolitikern noch anpassen will.
Kernstück der Reform ist eine staatliche Förderung, die das private Altersvorsorgesparen attraktiver machen soll. Für jeden gesparten Euro zahlt der Staat 30 Cent dazu – bis zu maximal 1.200 Euro pro Jahr. Für die nächsten 600 Euro gibt es zusätzlich 20 Cent pro gespartem Euro. Parallel dazu wird der Prozess vereinfacht: Künftig sollen Sparer sich mit nur wenigen Klicks online anmelden können.
Umstritten ist vor allem die geplante Kostenobergrenze von 1,5 Prozent für das Standard-Rentenprodukt. Der Bundesrat hält diesen Wert für zu hoch und warnt, dass dies das Ziel eines transparenten und kostengünstigen Angebots untergräbt. Auch Verbraucherschützer kritisieren die Grenze als unzureichend, um Sparer vor überhöhten Gebühren zu schützen. Klingbeil räumte die Bedenken ein und kündigte an, die genaue Höhe der Obergrenze während der parlamentarischen Beratungen festzulegen.
Der Entwurf sieht zudem mehr Anlageoptionen vor: Sparer können künftig zwischen gemanagten Fonds, ETFs und Staatsanleihen wählen. Der Bundestag wird das Vorhaben in einer Anhörung am Montag beraten. Die Reform folgt auf jahrelange Debatten über hohe Gebühren in der privaten Altersvorsorge, darunter die Riester-Reform 2025, die zwar eine Kostenobergrenze von 12 Prozent einführte, aber als unzureichend kritisiert wurde.
Der Rentengesetzentwurf geht nun in die parlamentarische Prüfung, wo die Details zu Kostenobergrenze und Förderung finalisiert werden. Bei einer Verabschiedung hätten Sparer künftig mehr Kontrolle über ihre Investitionen – bei gleichzeitig sinkenden Gebühren. Ob das neue System seine Ziele von Bezahlbarkeit und Transparenz erreicht, wird sich am Ergebnis zeigen.