Günstigere Rente gefordert: 100.000 Menschen unterzeichnen Petition - Riester-Reform: Warum 1,5 Prozent Gebühren Sparer empören
Eine geplante Reform der staatlich geförderten Altersvorsorge in Deutschland hat eine Debatte über die Höhe der Gebühren entfacht. Der aktuelle Entwurf sieht jährliche Kosten von bis zu 1,5 Prozent vor – doch Verbraucherschützer halten dies für zu hoch. Über 100.000 Menschen unterstützen bereits eine Petition, die strengere Obergrenzen fordert, um die Rendite der Sparer zu schützen.
Die Bundesregierung will das bestehende Riester-Renten-Modell durch ein einfacheres und effizienteres Produkt ersetzen. Zu den wichtigsten Neuerungen gehören standardisierte Angebote, eine höhere Grundförderung, bessere Erträge durch risikoangepasste Anlagen sowie ein einfacherer Anbieterwechsel. Doch der Gesetzentwurf setzt die Gebührenobergrenze auf 1,5 Prozent pro Jahr fest – ein Wert, den viele Sparer als inakzeptabel empfinden.
Eine Umfrage des Verbraucherportals Finanztip zeigt, dass 78 Prozent der potenziellen Nutzer niedrige Gebühren für wichtig oder sehr wichtig halten. Nur 23 Prozent würden die vorgeschlagene Obergrenze von 1,5 Prozent akzeptieren, während 30 Prozent eine maximale Gebühr von 0,5 Prozent befürworten und 28 Prozent eine Grenze von 1 Prozent bevorzugen. Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur von Finanztip, kritisierte die 1,5-Prozent-Marke als Zugeständnis an Banken und Versicherungen.
Berechnungen von Finanztip verdeutlichen die langfristigen Auswirkungen der Gebühren: Bei einer monatlichen Sparrate von 200 Euro und einer jährlichen Rendite von 6 Prozent würde eine Gebühr von 0,5 Prozent über 40 Jahre etwa 338.000 Euro erbringen – im Vergleich zu 263.000 Euro bei 1,5 Prozent. Die Stiftung setzt sich daher für eine Obergrenze von 0,5 Prozent ein, um Sparern bessere langfristige Ergebnisse zu sichern.
Ziel der Reform ist es, die staatlich geförderte Altersvorsorge attraktiver zu gestalten. Doch die Gebühren bleiben ein Streitpunkt. Angesichts der breiten öffentlichen Unterstützung für niedrigere Kosten steht die Regierung unter Druck, die Obergrenze vor der finalen Beschlussfassung anzupassen. Das Ergebnis wird entscheiden, wie stark Sparer in den kommenden Jahrzehnten von dem neuen System profitieren.