15 March 2026, 00:04

Rüstungsboom in Europa: Rheinmetall wächst um 45 Prozent – Österreich rüstet auf

Ein Diagramm auf einem weißen Hintergrund mit der Überschrift "Die Vorteile der gestiegenen Produktivität über die letzten 35 Jahre sind nicht an die Mittelschicht gegangen".

Rüstungsboom in Europa: Rheinmetall wächst um 45 Prozent – Österreich rüstet auf

Die globale Rüstungsindustrie erlebt angesichts eskalierender Konflikte einen rasanten Aufschwung. Der Umsatz von Rheinmetall stieg 2025 um 29 Prozent, für dieses Jahr werden sogar Wachstumsraten von bis zu 45 Prozent erwartet. Gleichzeitig erhöhen europäische Staaten ihre Verteidigungsausgaben um elf Prozent – angetrieben durch die anhaltenden Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten.

Der Nachfrageboom im Militärsektor folgt auf vier Jahre Krieg in der Ukraine und die zunehmenden Spannungen im Nahen Osten. Russland hat seine Wirtschaft auf Kriegsproduktion umgestellt, während weltweit die Verteidigungsbudgets weiter steigen. Als Reaktion darauf plant Rheinmetall, 10.000 neue Mitarbeiter einzustellen, um die wachsende Nachfrage nach Waffen und Munition zu bedienen.

Auch Österreichs Rüstungsbranche floriert: Die sicherheitsrelevanten Exporte erreichten 2025 einen Wert von 3,944 Milliarden Euro. Das österreichische Unternehmen Schiebel, bisher vor allem für unbewaffnete Drohnen bekannt, entwickelt nun erstmals bewaffnete Systeme und sicherte sich Aufträge der griechischen und kanadischen Marine. Die Zusammenarbeit zwischen europäischen Rüstungsfirmen hat sich intensiviert – so ging Rheinmetall 2024 eine Joint-Venture-Partnerschaft mit dem österreichischen Unternehmen Hirtenberger ein, um in Wiener Neudorf eine Fabrik für Treibladungen zu errichten und so die EU-Munitionsproduktion zu stärken.

Trotz einer starken Forschungsbasis hinkt Europa den USA bei der Umsetzung von Innovationen in marktfähige Verteidigungsprodukte hinterher. In den letzten zehn Jahren erhielten US-amerikanische Rüstungs-Start-ups Investitionen in Höhe von rund 70 Milliarden Dollar, während es in Europa lediglich etwa 7 Milliarden Euro waren. Zersplitterte Märkte, Unterfinanzierung und eine schwache Start-up-Kultur bremsen die Entwicklung weiterhin aus.

Das Wachstum der Rüstungsindustrie spiegelt einen breiten Trend zur Aufrüstung wider: Verteidigungsausgaben und -produktion expandieren in ganz Europa und darüber hinaus. Rheinmetalls Einstellungsoffensive und neue Partnerschaften unterstreichen die Bemühungen, die Nachfrage zu decken, während Österreichs steigende Exporte und Schiebels Einstieg in bewaffnete Systeme auf tiefgreifende Veränderungen in der Branche hindeuten.

Quelle