12 March 2026, 14:04

Sachsen könnte klimaneutral werden – doch Infrastruktur und Kosten bremsen aus

Eine Liniengrafik, die die erneuerbare Stromerzeugung nach Brennstoffart von 2000 bis 2040 zeigt, mit begleitendem Beschreibungstext.

Studie: Klimaneutralit├Ąt technisch m├Âglich, steht aber vor Herausforderungen - Sachsen könnte klimaneutral werden – doch Infrastruktur und Kosten bremsen aus

Eine neue Studie der Sächsischen Energieagentur (SAENA) zeigt, dass die sächsische Wirtschaft aus technischer Sicht Klimaneutralität erreichen könnte. Allerdings bleiben erhebliche Hindernisse in den Bereichen Infrastruktur, Regulierung und Kosten bestehen. Der Bericht hebt ungenutztes Potenzial bei der Energieeffizienz hervor – Unternehmen könnten ihren Stromverbrauch um über 60 Prozent senken.

In den vergangenen fünf Jahren blieb der Ausbau des sächsischen Stromnetzes hinter dem Bundesschnitt zurück. Die Region baute jährlich rund 250 Kilometer Hochspannungsleitungen aus, während es in ganz Deutschland 350 Kilometer waren. Bundesländer wie Bayern (450 km/Jahr) und Nordrhein-Westfalen (400 km/Jahr) expandierten deutlich schneller. Aktuelle Projekte umfassen die Verstärkung der 380-kV-Leitung SuedLink, deren Bau 2026 beginnen soll, sowie den Ausbau des Chemnitzer Netzknotens, der seit 2024 läuft und bis 2027 abgeschlossen werden soll.

Die Studie betont, dass der Netzausbau angesichts begrenzter Anschlusskapazitäten und steigender Nachfrage durch die Elektrifizierung entscheidend ist. Ohne eine schnellere Expansion könnten Engpässe den Fortschritt bei den Klimazielen bremsen. Energieeffizienzmaßnahmen wie die Abwärmenutzung werden als zentrale Lösungen identifiziert, die in allen Sektoren erhebliche Einsparungen ermöglichen.

Um Unternehmen zu unterstützen, enthält der Bericht 13 branchenspezifische Profile. Diese skizzieren maßgeschneiderte Dekarbonisierungsstrategien, die es Betrieben ermöglichen, Emissionen zu reduzieren und gleichzeitig wettbewerbsfähig zu bleiben.

Die Ergebnisse bestätigen, dass Sachsen über die technischen Voraussetzungen für Klimaneutralität verfügt. Der Erfolg hängt jedoch davon ab, wirtschaftliche, regulatorische und infrastrukturelle Hürden zu überwinden. Der Netzausbau und die Steigerung der Energieeffizienz werden eine entscheidende Rolle dabei spielen, die Klimaziele der Region zu erreichen.

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