27 March 2026, 16:05

Sachsens Bildungsminister räumt jahrzehntelange Versäumnisse im Schulsystem ein

Blauer Hintergrund mit einer Texas-Karte links und einem nach oben zeigenden Pfeil, Text rechts lautet "17 6% Anstieg auf 75.588 internationale Studierende."

Sachsens Bildungsminister räumt jahrzehntelange Versäumnisse im Schulsystem ein

Sachsens Bildungsminister hat Versäumnisse in der Bildungspolitik des Landes eingeräumt. Der CDU-Politiker Conrad Clemens verwies auf langjährige Probleme wie übermäßige Schulschließungen und häufigen Unterrichtsausfall. Seine Äußerungen fallen in eine Phase, in der die Landesregierung ein neues Schulgesetz vorlegt, das mehr Flexibilität bringen soll.

Auch aus der Opposition gibt es scharfe Kritik: Die Linke weist auf tiefe Ungleichheiten im System hin, die zu hohen Abbrecherquoten und anhaltendem Lehrkräftemangel in der gesamten Region geführt hätten. Allein in den vergangenen 25 Jahren seien in Sachsens Schulen Millionen Unterrichtsstunden ausgefallen. Clemens bezeichnete die Situation trotz jüngster Fortschritte als inakzeptabel. Zwar sei der Unterrichtsausfall zurückgegangen, liege mit rund neun Prozent aber weiterhin deutlich über dem angestrebten Niveau.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Der Minister äußerte zudem Besorgnis über nachlassende Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler. Viele hätten Schwierigkeiten in Sprache und Mathematik, zudem habe sich die körperliche Fitness verschlechtert. Einen Teil der Probleme führte er auf übermäßigen Smartphone-Gebrauch zurück und schlug vor, Mobiltelefone bis zur achten Klasse an Schulen zu verbieten.

Der Lehrkräftemangel und ungleiche Bildungschancen stehen besonders in der Kritik. Die Linke wirft der Regierung vor, strukturelle Ungerechtigkeiten nicht zu bekämpfen, die sowohl Schüler als auch Referendare aus dem System drängten. Der CDU-Bildungsexperte Holger Gasse verteidigte hingegen das sächsische gegliederte Schulsystem, forderte aber bessere Verzahnungen zwischen den verschiedenen Schulformen.

Clemens bestätigte, dass die CDU-SPD-Koalition keine zwangsweisen Schulschließungen plane, selbst wenn die Schülerzahlen weiter sinken. Allerdings räumte er ein, dass Kommunen weiterhin eigenständig über Schließungen entscheiden könnten. Aktuell arbeitet die Regierung an einem neuen Schulgesetz, das frühere Fehler korrigieren und mehr Anpassungsfähigkeit ermöglichen soll.

Das Bildungssystem Sachsens steht weiterhin vor großen Herausforderungen – vom Ausfall von Unterrichtsstunden bis zu Wissensdefiziten bei den Schülerinnen und Schülern. Clemens kündigte Reformen an, darunter strengere Regeln für Handynutzung und ein flexibleres Schulgesetz. Ob diese Maßnahmen den Lehrkräftemangel lindern und die Abbrecherquoten senken werden, bleibt jedoch abzuwarten.

Quelle