Modepuppe Steffi: Die Barbie des Sozialismus wird 60 - Steffi: Wie die DDR-Puppe zur Kultfigur der 60er-Jahre wurde
1966 brachte die DDR mit Steffi ihre eigene Modepuppe für Teenager auf den Markt – als heimische Alternative zu westlichen Puppen wie Barbie oder Petra. Schnell entwickelte sie sich zu einem kulturellen Symbol. Ihr markantes 60er-Jahre-Design und ihr einzigartiger Look hoben sie deutlich von der Konkurrenz ab.
Entworfen wurde Steffi von der Puppenmacherin Margot Schmied, die sie nach ihrer eigenen Tochter benannte. Ihr auffälliges Erscheinungsbild spiegelte die Modetrends der Zeit wider: dicke Eyeliner-Linien, türkisfarbener Lidschatten und eine üppige, synthetische Hochsteckfrisur. Im Gegensatz zu Barbies schlanker Silhouette besaß Steffi eine kräftigere, sanduhrförmige Figur mit hoher Stirn – eine realistischere Erwachsenenproportion.
Gefertigt wurde sie in der VEB Puppenfabrik Biggi in Waltershausen, einem staatlichen Betrieb im Thüringer Wald. Die Stadt galt einst als Zentrum des DDR-Puppenbaus. Zwischen 1967 und 1990 verließen jährlich 100.000 bis 150.000 Steffi-Puppen die Produktionshallen, viele davon für den Export, um dringend benötigte Devisen zu erwirtschaften.
Mit einem Preis von 16 DDR-Mark war Steffi für damalige Verhältnisse teuer – doch ihr Reiz lag nicht allein im Preis. Frühere Modelle gab es in verschiedenen Hauttönen, was sie in puncto rassischer Vielfalt Barbie voraushatte. Heute erzielen originale Steffi-Puppen, je nach Zustand, Originalkleidung und Verpackung, Preise zwischen 20 und 200 Euro.
Die heutige Steffi LOVE der Simba-Dickie-Gruppe teilt zwar den Namen, hat aber mit dem kultigen DDR-Original nichts gemein.
Bis heute ist Steffi ein begehrtes Sammlerstück ostdeutscher Geschichte. Ihr unverwechselbarer 60er-Jahre-Stil und das fortschrittliche Design faszinieren noch Jahrzehnte später. Als Kind ihrer Zeit verkörpert sie nicht nur die Mode der Ära, sondern auch den politischen Kontext der Puppenproduktion im Kalten Krieg.