01 May 2026, 22:05

Vom Hexentanz bis zum Maibaum: Deutschlands magischer Mai-Beginn

Schwarzes und weißes Bild einer Gruppe von Menschen, die über eine Straße gehen, einige halten Fahnen, mit Hüten, Bäumen, Gebäuden und einem Maibaum im Hintergrund.

Vom Hexentanz bis zum Maibaum: Deutschlands magischer Mai-Beginn

Mit dem Übergang vom April in den Mai bereitet sich Deutschland auf ein buntes Gemisch aus uralten Bräuchen und modernen Feiern vor. Der Wechsel von kühlen Frühlings- zu wärmeren Tagen läutet eine Zeit der Feste, Proteste und skurrilen Traditionen ein. Vom Maibaum in ländlichen Dörfern bis zu lebhaften Kundgebungen in Berlin – die ersten Maitage bringen Geschichte und Kultur im ganzen Land zum Leben.

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Die Feierlichkeiten beginnen bereits in der Nacht zum 1. Mai, bekannt als Tanz in den Mai oder Walpurgisnacht. Im Harz ranken sich Sagen um Hexen, die auf Besen durch die Lüfte fliegen. Währenddessen veranstalten Dörfer in den Alpenregionen einen ungewöhnlichen Wettbewerb: Junge Männer klettern den glitschigen Stamm eines frisch aufgerichteten Maibaums hinauf und messen dabei ihre Schnelligkeit und Geschicklichkeit.

Am 1. Mai selbst steht der Tag der Arbeit im Mittelpunkt. Sein Ursprung geht auf die amerikanische Arbeiterbewegung zurück, die damit an eine Massenkundgebung in Australien im Jahr 1856 erinnern wollte. In Berlin wird der Tag zu einem Zentrum des Geschehens – mit linkspolitischen Demonstrationen und illegalen Raves. Besonders in Kreuzberg gibt es historische Führungen, die an die unruhige Vergangenheit des Stadtteils während der Maikrawalle erinnern.

Anderswo zeigen sich die Traditionen von einer sanfteren Seite. Auf dem Land versammeln sich Gemeinden, um geschmückte Maibäume auf den Dorfplätzen aufzustellen. Unverheiratete Männer pflegen den Brauch des Liebesmais: Sie stellen heimlich kleinere Maibäume vor die Häuser ihrer Angebeteten. Diese Sitten erinnern an ältere Feste wie das römische Floralia, das einst vom 28. April bis zum 3. Mai zu Ehren des Frühlings und der Erneuerung gefeiert wurde.

Der Übergang von der kühlen April-Luft zur Mai-Wärme bildet die Bühne für diese Mischung aus Alt und Neu. Während Dörfer jahrhundertealte Bräuche bewahren, nutzen Städte wie Berlin den Tag für politischen und kulturellen Ausdruck. Für viele markieren diese Tage nicht nur den Frühlingsbeginn, sondern auch eine Zeit, um über Geschichte, Gemeinschaft und Wandel nachzudenken.

Quelle