03 April 2026, 22:05

Warum kleine Unternehmen trotz Nachfrage keine Mitarbeiter finden

Eine Liniengrafik, die Trends bei insgesamt arbeitslosen Personen, Stellenangeboten und Kündigungen zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Warum kleine Unternehmen trotz Nachfrage keine Mitarbeiter finden

Eine neue Studie deckt auf, warum kleine Unternehmen trotz hoher Nachfrage Schwierigkeiten haben, Mitarbeiter einzustellen. Forscher fanden heraus, dass Betrieben oft präzise Informationen zu Löhnen fehlen, was zu längeren Stellensuchen und unbesetzten Positionen führt. Das Problem hat sich verschärft: Fast neun von zehn kleinen Arbeitgebern berichteten Anfang 2026 von kaum oder gar keinen qualifizierten Bewerbern.

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Die von Benjamin Friedrich der Kellogg School of Management gemeinsam mit Alison Zhao und Michal Zator geleitete Studie nutzte ein mathematisches Modell, um die Herausforderungen bei der Personalbeschaffung zu analysieren. Die Ergebnisse zeigen, dass Unternehmen den Wert bestimmter Positionen – insbesondere solcher, die nicht zum Kerngeschäft gehören – häufig falsch einschätzen. Dies führt zu zögerlichen Lohnanpassungen und längeren Einstellungsprozessen.

Die Wirtschaftstheorie besagt zwar, dass höhere Löhne Arbeitskräfte anziehen sollten, doch viele Unternehmen zögern, diese zu erhöhen. Das Modell offenbart zudem, dass Betriebe mit weniger spezialisierten Belegschaften größere Schwierigkeiten haben, wettbewerbsfähige Gehälter festzulegen. Überraschenderweise hatten besonders schnell wachsende Firmen die größten Einstellungsprobleme – verlängerte Suchprozesse führten dabei oft zu höheren statt niedrigeren Löhnen.

Die Forscher schlossen einfache Suchhindernisse als Hauptursache aus. Stattdessen identifizierten sie veraltete oder unvollständige Lohndaten als zentrales Problem. In Deutschland gibt es seit 2019 keine neuen Maßnahmen, die kleineren Betrieben den Zugang zu aktuellen Gehaltsentwicklungen erleichtern. Ohne bessere Informationen könnten selbst gesunde Unternehmen Schwierigkeiten haben, effizient Personal zu rekrutieren.

Werden diese Ineffizienzen nicht behoben, könnten sie die Produktivität bremsen und der Gesamtwirtschaft schaden.

Die Studie macht eine klare Lücke zwischen wirtschaftstheoretischen Annahmen und der Praxis bei der Personalbeschaffung deutlich. Unternehmen, die Löhne nicht präzise anpassen, riskieren, Talente zu verlieren, während Arbeitnehmer aufgrund veralteter Gehaltsstrukturen Chancen verpassen könnten. Die Ergebnisse legen nahe, dass bessere Lohndaten die Einstellungsschwierigkeiten lindern könnten – insbesondere für kleinere und schnell wachsende Betriebe.

Quelle