04 May 2026, 02:04

Edenhofer lehnt Rückkehr zur Atomkraft ab – und schlägt Solar-Reform vor

Liniengraph, der die erneuerbare Stromerzeugung nach Brennstoffart von 2000 bis 2040 zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Edenhofer lehnt Rückkehr zur Atomkraft ab – und schlägt Solar-Reform vor

Ottmar Edenhofer, Chefökonom des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), hat einen Vorschlag scharf kritisiert, stillgelegte deutsche Atomkraftwerke wieder in Betrieb zu nehmen. Die von dem Politiker Jens Spahn vorgebrachte Idee bezeichnete er als wirtschaftlich nicht tragfähig. Seine Äußerungen erfolgten im Rahmen weitergehender Vorschläge zur Reform der deutschen Energiepolitik.

Edenhofer betonte, dass seine Ablehnung nicht ideologisch begründet sei. Zwar lehne er Atomkraft nicht grundsätzlich ab, doch zweifle er die Praktikabilität an, alte Reaktoren wieder hochzufahren oder neue zu bauen. Die damit verbundenen Kosten und logistischen Herausforderungen machten solche Schritte seiner Ansicht nach unter den aktuellen energiewirtschaftlichen Bedingungen unverantwortlich.

Bei den erneuerbaren Energien wies er auf Ineffizienzen im bestehenden System hin. Private Betreiber von Solaranlagen, erklärte er, speisten häufig dann Strom ins Netz ein, wenn ein Überschuss herrsche, und entnähmen ihm Strom bei hoher Nachfrage. Dies führe zu unnötigen Belastungen und untergrabe die Netzstabilität.

Als Lösung schlug Edenhofer vor, die Einspeisevergütung für Solarstrom an die Großhandelspreise für Strom zu koppeln. Eine solche Regelung, so seine Argumentation, würde den effizienteren Einsatz von Heimspeichersystemen fördern. Zudem betonte er, dass großflächige Solarkraftwerke deutlich wirksamer seien als einzelne Dachanlagen, um den Energiebedarf zu decken.

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Darüber hinaus stimmte Edenhofer mit Wirtschaftsministerin Katherina Reiche darin überein, dass neue Gaskraftwerke notwendig seien. Diese sollten seiner Meinung nach den Ausbau der erneuerbaren Energien begleiten, um einen stabilen Übergang von den alten Energiequellen zu gewährleisten.

Edenhofers Aussagen unterstreichen die finanziellen und betrieblichen Hürden, die mit einer Rückkehr zur Atomkraft in Deutschland verbunden wären. Seine Vorschläge zielen stattdessen auf eine Reform der Solarförderung und eine ausgewogene Kombination von Gaskraftwerken mit dem Ausbau erneuerbarer Energien ab – mit dem Ziel, ein stabileres und kostengünstigeres Energiesystem für die Zukunft zu schaffen.

Quelle