Apotheke in Hessen kämpft gegen 4.000-Euro-Rückforderung der IKK classic
Apotheke in Hessen kämpft gegen 4.000-Euro-Rückforderung der IKK classic
Eine Apotheke in Hessen wehrt sich gegen eine Rückforderungsforderung von knapp 4.000 Euro durch die Krankenkasse IKK classic. Der Versicherer wirft der Apotheke vor, bei sieben Rezepten – darunter ein hochpreisiges Medikament – die Chargennummern nicht übermittelt zu haben. Der Inhaber betont, alle Vorgaben korrekt eingehalten zu haben.
Streitpunkt ist die fehlende Chargendokumentation bei sieben in der Apotheke abgegebenen Arzneimitteln, darunter ein teures Präparat. Laut IKK classic fehlten in den elektronischen Abrechnungsunterlagen die vorgeschriebenen Chargennummern. Nach deutschem Recht müssen Apotheken diese Daten übermitteln, um die Rückverfolgbarkeit über das SecurPharm-System zu gewährleisten.
Der Apothekeninhaber erklärt, die Chargennummern seien im eigenen Lagerverwaltungssystem erfasst worden. Gemeinsam mit dem Softwareanbieter und dem Abrechnungszentrum wird nun geklärt, warum die Angaben in den eingereichten Daten nicht erschienen. Seit 2012 sind Apotheken gesetzlich verpflichtet, Chargennummern, Verfallsdaten und eindeutige Kennungen für bestimmte Arzneimittel – darunter Biologika wie Taltz – zu erfassen und zu melden.
Die IKK classic hat bereits gegen mehrere Apotheken ähnliche Rückforderungen geltend gemacht. Der Versicherer argumentiert, fehlende Chargendaten verstießen gegen technische und rechtliche Vorgaben der EU und Deutschlands. Zertifizierte Software müsse die Informationen vor der Medikamentenabgabe an Patienten scannen und übermitteln.
Die Apotheke hat formell Widerspruch gegen die Rückforderung eingelegt und untersucht die Ursache für die fehlenden Daten. Sollte der Fall nicht geklärt werden, könnte er Präzedenz für die Durchsetzung der Chargennummernpflicht durch Krankenkassen schaffen. Zudem könnte das Ergebnis Auswirkungen darauf haben, wie Apotheken künftig ihre elektronischen Meldesysteme prüfen.
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