Chaos am Flughafen München: Passagiere stundenlang in Flugzeugen eingeschlossen
Chaos am Flughafen München: Passagiere stundenlang in Flugzeugen eingeschlossen
Hunderte Passagiere erlebten massive Verspätungen am Flughafen München, nachdem sie stundenlang in sechs Maschinen festsaßen. Viele berichteten von mangelnder Kommunikation, fehlender Verpflegung und ausbleibender Hilfe während des Vorfalls. Die Zwischenfälle werfen Fragen zur Organisation des Flughafens und zur Unterstützung durch die Airlines auf.
Rund 600 Reisende mussten in den Flugzeugen auf dem Vorfeld ausharren. Weder Busse, Crew-Transporter noch Bodenpersonal trafen ein, um ihnen das Verlassen der Maschinen zu ermöglichen. Die Passagiere fühlten sich im Stich gelassen, da über Stunden hinweg keine Updates erfolgten.
Eine betroffene Passagierin, Bärbel S., befand sich an Bord eines Air-Dolomiti-Flugs mit Ziel Graz. Sie erhielt lediglich eine kleine Wasserflasche und einen Keks. Die Crew gab weder weitere Informationen noch eine Erklärung für die Verzögerung.
Unterdessen bestätigten Flughafenvertreter, dass der Flughafen München über keine zentrale Leitstelle verfügt. Thomas Hoff Andersen und Heiko Reitz äußerten sich in einer Pressekonferenz zu dem Problem und räumten Lücken in der Koordination ein. Das Fehlen einer solchen Einrichtung könnte die Reaktion auf die Störung zusätzlich erschwert haben.
Unabhängig davon wirbt die Fluggesellschaft Condor mit ihrem Business-Class-Angebot, das einen garantiert freien Mittelsitz verspricht. Allerdings reisen Passagiere auf Anschlussflügen oft in kleineren Embraer-190-Maschinen, die in einer Zwei-plus-Zwei-Sitzanordnung konfiguriert sind. Ein Mittelsitz existiert hier gar nicht – trotz der Marketingversprechen der Airline.
Die Verspätungen führten zu großer Verärgerung unter den Passagieren, die kaum Verpflegung, Informationen oder Unterstützung erhielten. Flughafenvertreter wiesen im Nachhinein auf strukturelle Defizite bei der Bewältigung solcher Situationen hin. Daten dazu, wie andere deutsche Airlines ähnliche Störungen am Münchner Flughafen handhaben, liegen nicht vor.
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